Tagebuch

530 Tage – Wie mein Tagebuch mich verändert

2.März 2016. Mittlerweile sind 530 Tage vergangen. 530 Tage schreibe ich nun mein Tagebuch. Ich hätte nie erwartet das ein Buch so sehr mein Leben verändert.

30 Tage – Den Kopf frei zu bekommen

Am Anfang habe ich nicht viel vom Tagebuch schreiben erwartet. Mir flogen zu dem Zeitpunkt viele Gedanken durch den Kopf. Diese raubten mir oft meinen Schlaf. Tagebuch schreiben sollte dagegen helfen. Aus dem Grund habe ich dann mit dem Schreiben begonnen.

Grade zu beginn habe ich einfach mein Tagesablauf in Stichworten aufgeschrieben. Morgens zur Arbeit, danach mal zum Zahnarzt. Nichts wirklich spannendes.

Mit der Zeit half es mir jedoch beim Einschlafen. Das Tagebuch schreiben wurde zum Ritual. Jeden Abend flogen die Gedanken von meinem Kopf auf das Papier. Genau genommen auf das digitale Papier.

So vergingen die ersten Monate, wo sich Momente und Bilder im Tagebuch sammelten.

90 Tage – Ein bisschen mehr Gefühl

Tagebuch - Day One

Meine ersten Einträge waren sehr statisch. Der erste Klick im Kopf kam nach 90 Tagen. Als ich begann Gedanken und Gefühle mit in das Tagebuch zu schreiben. So kamen glückliche und negative Gedanken ins Tagebuch. Das Tagebuch half mir auch hier den Druck aus dem Kopf zu bekommen.

Dort begannen dann die ersten Veränderungen. Ohne ein tolles Selbsthilfebuch gelesen zu haben. Ein genauer Blick in meine Vergangenheit reichte. Nach einer ganzen Serie von schlechten Tag kommt man mal ins Grübeln. Den hier habe ich es schließlich Schwarz auf Weiß.

Man sich die Frage unbewusst: Warum ist das so? Meistens konnte man die Frage schnell beantworten. Zum Beispiel an Tagen, wo ich nichts geschafft habe. An diesen Tagen war ich beruflich und privat niedergeschlagen. Ich brauche den täglichen Erfolg um glücklich zu sein. Sei es die sportliche Einheit, eine gute Lösung bei der Arbeit oder einfach ein gutes Essen zu kochen. Ich brauche den Fortschritt im Leben.

An diesem Tag begann ich dann wieder Agile Results intensiv zu nutzten. Eine Technik zur Zielplanung. Jeden Tag drei Erfolge definieren. Nicht mehr und nicht weniger. Erfolge müssen dabei nichts mit der Produktivität zu tun haben. Erfolge sind die Aufgaben im Leben, welche uns weiterbringen und glücklich machen. Die schöne Zeit mit seiner Familie zu verbringen gehört genau so dazu, wie eine Aufgabe auf der Arbeit zu erledigen.

Mir half das Tagebuch wieder in meine Spur zu finden. Die Gefühlslage und die Gedanken sind seitdem in jedem Tagebucheintrag vertreten.

365 Tage – War das wirklich ich?

Tagebuch - Day One

„Leben ist zu 10% was passiert und zu 90% wie ihr darauf reagiert.“

Der 2. März 2017 war ein spannender Tag. Mittlerweile waren 365 Tage im Tagebuch gelandet. Für jeden Tag einer. Ab diesem Tag würde meine App mir jeden Tag den Vorschlag machen: Was ist an diesem Tag vor einem Jahr passiert ?

In dem Moment wurde es interessant. Den an vielen Tagen wusste ich natürlich nicht was ich getan hatte. Ich merkte schnell, wie sehr man sich doch in einem Jahr verändern kann. Oft genug wunderte ich mich über mich selbst, wie meine Einstellung vor einem Jahr noch war. Was für dumme Fehler ich begangen habe und was man hätte anders machen können. Natürlich auch welche Themen mich grade bewegt haben und welche es nun sind.

Vor einem Jahr war ich Single, hatte Schulden und war nicht sicher wo ich hin wollte. All das hat sich in einem Jahr komplett gedreht. Ich bin seit neun Monaten in einer glücklichen Beziehung, die Schulden sind schon seit dem Frühjahr ade und der Plan für die Zukunft wird immer klarer.

Wieder fand ein Umdenken in meinem Kopf stand. Was würde ich gerne von den heutigen Tag in einem Jahr lesen? Ich nahm mein Leben in meine Verantwortung. In die Verantwortung jeden Tag ein möglichst guten Tag zu erleben, welchen ich in einem Jahr mit Stolz betrachten kann. Natürlich klappt das nicht immer. Aber versucht man es, klappt es schon bei verdammten vielen Tagen.

Für mich war das wieder ein Sprung in meiner persönlichen Entwicklung.

400 Tage – Parallelen nutzen

Tagebuch - Day One

Mit der Zeit merkte ich, wie sehr so ein Tagebuch Teile in meinem Leben verändern kann. Aus dem Grund begann ich nach 400 Tagen mehrere Tagebücher anzulegen.

Eins was weiterhin meine täglichen Eskapaden miterlebt und weiterhin mein Haupttagebuch ist. Dort wird wie schon die 400 Tage davor der Tagesablauf mit all seinen Gedanken niedergeschrieben.

Mein Tagebuch der Gegenstände

Dazu kam ein Tagebuch für Reviews. Dort schreibe ich alle möglichen Gedanken zu materiellen Dinge in meinem Leben. Filme und Serien die ich geschaut habe, neue Schuhe und all so ein Kram. Nicht täglich. Aber immerhin sehr regelmäßig. Spannend ist dabei auch der Rückblick. Waren die Ausgaben sinnvoll? Nutze ich den Artikel überhaupt? Schaue ich den neuen Film wirklich?

Das Logbuch

Ein Logbuch folgte. Dort schreibe ich ganz verschiedene messbare Informationen und andere Informationen in Stichwortform rein. So findet man wöchentlich neue Einträge über körperliche Daten und wie es um die Finanzen steht. Aber auch mein Dankbarkeitstagebuch schreibe ich jeden Tag dort rein. Genau so wie meine Ziele für den Tag. Für mich sind das alles Informationen, welche mit der Zeit ihre Gewichtung verlieren und von daher sind sie dort gut aufgehoben. Trotzdem ist es spannend immer mal wieder den Status zu sehen. Oder wisst ihr wie viel ihr vor einem Jahr gewogen habt?

Tagebuch der großen Gedanken

Gedanken. Gedanken ist ein Tagebuch geworden, wo ich sehr langwierige Kämpfe austrage und deutlich mehr in die Tiefe geht. Von daher finde sich sehr wenig Beiträge in diesem Tagebuch. Aber diesen habe für mich schon eine sehr wichtige Bedeutung. Meine Lebensplanung taucht in diesem Tagebuch auf. Meine Best Practices für jetzt und die Zukunft findet man in diesem Tagebuch. Die Einträge sind die Säule für die schwierigen Zeiten.

Tagebuch der Persönlichkeitsentwicklung

Die Persönlichkeitsentwicklung hat auch ein eigenes Tagebuch bekommen. Vor ziemlich genau 80 Tagen. Dort begann ich ein Motivationskurs von Christian Bischoff, welcher insgesamt 111 Videos enthält und zum Nachdenken anregt. Diese Gedanken und meine Lösungen zu den Aufgaben finden sich alle in diesem Tagebuch. Aber nicht alleine. Dazu kommen alle Videos, Bilder und Artikel, welche mich in der Persönlichkeitsentwicklung voran gebracht haben.

Projekttagebuch

Ein Projekt. Für ein größeres Projekt in meinem Leben findet sich ein eigenes Tagebuch. Genauere Informationen kann ich dazu noch nicht veröffentlichen. Aber in diesem Tagebuch finden sich alle meine Gedanken, Ideen und auch Erkenntnisse wieder.

Beziehungstagebuch

Beziehung. Mein letztes Tagebuch in der Reihe. Aber mit dem Potential das spannendste Tagebuch zu werden. In diesem Tagebuch will ich all die Gedanken zur Beziehung sammeln. Aktuell findet sich nur ein Eintrag darin. Ein Eintrag warum ich diesen anderen Menschen so sehr mag. Ein Plan ist es auf jeden Fall regelmäßig einen Eintrag zu schreiben und zusammen ein paar Fragen darin zu beantworten. Fragen wie, was beschäftigt dich grade, womit bist du unzufrieden,… .

Natürlich reden wir miteinander aber im Alltag und vor allem in einer Fernbeziehung geht doch einiges leicht unter. Probleme will ich lieber früh erkennen und nicht erst, wenn die Taschen vor der Tür stehen. Ähnliches würde ich später mit Kinder anfangen. Einfach um ein regelmäßiges Feedback zu haben für alle und um auf einer Augenhöhe reden zu können. Dieses Tagebuch soll nicht nur von mir gefüllt werden. Sondern ein gemeinsames Projekt sein.

530 Tage – Du bist nicht deine Vergangenheit, aber sie kann deine Zukunft ändern

Vor 530 Tagen hätte ich nicht geglaubt, wie sehr so ein wenig Text am Abend mein Leben ins positive verändern kann. Mittlerweile bin ich davon überzeugt. Ohne mein Tagebuch wären einige Teile meines Lebens bestimmt anderes verlaufen. Vor allem wären viele Dinge deutlich langsam geschehen. Zeit die ich für viele tolle Momente nutzten konnte bis dahin.

Ein wenig traurig bin ich nicht schon viel früher damit begonnen zu haben. Aber wie heißt es. Der beste Tag einen Baum zu pflanzen war gestern und der zweitbeste ist heute. Mein Baum ist mittlerweile schon gewachsen und wird von Tag zu Tag größer. Mittlerweile würde ich sogar behaupten. Das Tagebuch wird mein ganzes Leben begleiten. Dies würde ich bei keiner anderen Gewohnheit so sehr unterschreiben, wie bei dieser.

Ich bin gespannt, welche Einträge ich mit 70 Jahren von mir lesen kann. Ich denke die Geschichte wird von Tag zu Tag spannender werden. Darum werde ich mich kümmern.

Habt ihr auch so etwas? Ein Ritual, welches am Anfang nichts besonderes war, aber mittlerweile sehr viel verändert hat?

Die App

Für all die nun interessiert, welche App ich für meine Tagebuch nutze. Die App nennt sich Day One. Die App ist ziemlich gut, aber leider aktuell nur für Apple Geräte verfügbar. Für Android soll sich Ende des Jahre kommen. Der Preis ist auch nicht ohne, wenn man mehr als ein Tagebuch pflegen will.

Passende Alternativen sind Diaro und Journey. Beide sind eine Kopie von Day One und haben vielleicht die ein oder andere Komfortfunktion nicht. Aber für den Anfang super und dabei noch kostenlos.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

12 Gedanken zu „530 Tage – Wie mein Tagebuch mich verändert

  1. Spannend! Danke für die Einblicke.
    Welche App oder welches Programm nutzt du denn?

    Ich habe schon seit vielen Jahren ein Tagebuch in Papierform. Da schreibe ich manchmal mehrmals pro Monat rein und manchmal auch wochen- oder monatelang nichts. Das Schreiben hilft mir oft in schwierigen Momenten meine Gedanken und Gefühle zu ordnen, oder Themen und Fragen die mich beschäftigen zu „bearbeiten“.

    Einige Wochen lang habe ich letztes Jahr eine Art Dankbarkeits-Tagebuch geführt, habe aber gemerkt, dass ich ohnehin schon die schönen Momente des Lebens wahrnehme und schätze.

    Seit kurzem führe ich (zusätzlich zum Tagebuch) ein „Bullet Journal“, das bei mir eine Mischung aus folgendem ist:
    – Gute Gewohnheiten tracken (einen Haken oder ein Herzchen an jedem Tag an dem ich an der frischen Luft war / Yoga gemacht habe / Fahrrad gefahren bin /…)
    – To do Listen
    – Wunschliste (was will ich mir kaufen? Die Wünsche bleiben da eine Weile lang drauf, oft erledigen sie sich von selbst…)
    – Dankbarkeit/schöne Momente notieren (nicht täglich, wenn eben was Schönes ist)
    – Bucket list: was ich noch sehen/besuchen will in der Region
    – punktuell mal noch andere Dinge, z.B. neulich eine (minimalistische) Packliste für eine Alpentour

    Grüße und weiterhin gute Erkenntnisse und Ergebnisse mit deinen Tagebüchern!

    1. Hey,
      die App „Day One“ mit Alternativen habe ich mal ans Ende des Artikels gepackt. Nicht jeder wird so ein Apple Nutzer sein.

      Die verschiedenen Tagebücher bei dir klingeln auch spannend. Besonders die Bucket List klingt nach einer spannenden Idee. So ein Tagebuch würde glaube ganz gut auch auf meine Liste passen.

      Gruß,
      mafis

  2. Meinen Glückwunsch, dass du dass Tagebuchschreiben für dich entdeckt und weiter entwickelt hast. Ganz besonders beeindruckt mich, dass diese Entwicklung allein von dir heraus ohne Ratgeber stattgefunden hat und noch immer stattfindet.

    Ganz toll!

  3. Hallo mafis,
    Sehr beeindruckende und offene Worte. Ich finde es toll, dass Du einen Weg gefunden hast, der Dir hilft, Dich, Dein Leben, Dein Handeln, Deine Gefühle besser zu verstehen, zu hinterfragen.
    Ich habe noch nie ein Tagebuch geschrieben, glaube aber fest, dass es hilft sich zu reflektieren. Das Schreiben zwingt dazu, Dinge zu ordnen.
    Noch vor ein paar Tagen habe ich einem Freund geraten, sich seiner Ziele im Leben bewusst zu werden, indem er sich zwingt, diese auf Papier festzuhalten. Etwas ähnliches habe ich während meines Studiums mal über eine Zeichnung gemacht. Sie hat mir geholfen, meine Priorität im Leben zu erkennen und mein Leben danach auszurichten.

    Ich finde es toll, dass du uns an deinem Vorgehen teilhaben lässt – sehr inspirierend.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    1. Hey,
      ja jeder hat wohl seinen Weg. Meiner ist wohl dieser. Dabei gehören bei mir meist auch noch viele Bilder, wie man sieht.

      Aber in irgendeiner Form etwas niederzuschreiben, wie beim de Freund, ist wohl immer mal sinnvoll. Was interessiert mich schließlich das Geschwätz von gestern?
      Von daher. Jeder auf seinen Weg immer ein Schritt nach Vorne machen.

      Gruß,
      mafis

  4. Danke für den interessanten Einblick, Mafis! Das motiviert sehr, das Tagebuch-Schreiben auch zu beginnen.
    Würde mich daher ebenfalls interessieren, welche App du dafür benutzt?

  5. Ich habe früher viel Tagebuch geführt, aber im Nachhinein selten gelesen. Mich haben die Einträge meist traurig gemacht, weil ich viele Selbstzweifel hatte, was ich aber so gar nicht mehr in Erinnerung hatte. Menschen verdrängen negative Erinnerungen und darüber bin ich sehr froh. Stattdessen hatte ich eher überlegt, mal ein Dankbarkeitsbuch zu führen, aber aktuell geht es auch so. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich lebe, dass ich laufe, keine Existenzängste habe, dass ich meinen Freund habe und bisher für jeden Problem irgendwie eine Lösung finde.

    1. Ach glaube jeder kann sein passende Art von Tagebuch finden. Ein Erfolgstagebuch ist z.b. was schönes. Jeden Tag einfach mal Stichwortartig aufschreiben.

      Die Wirkung ist dann das Gegenteil von den Selbstzweifel. Man merkt wie viel man eigentlich schafft am Tag und schafft so ein ganz anderes Selbstwertgefühl 😉

      Gruß,
      mafis

  6. Hoffentlich erlaubt es DayOne die Einträge einfach zu exportieren. Ich hätte da Angst, dass Dienst dicht macht und alles weg ist.
    Gerade wenn du in 70 Jahren nachschauen willst, ist selbst eine .txt Datei eine riskante Angelegenheit…

    1. Japp. Day One erlaubt den Export in einige Format (Text, PDF,…). Das mir sehr wichtig. Die Alternativen machen ähnliches.

      Day One hat in den USA auch schon die Möglichkeit Bücher daraus zu drucken.

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