Finanzen sind wie Sex – Alle machens. Niemand spricht drüber.

In letzter Zeit ist mir eine ziemliche Korrelation zwischen den Themen Sexualität und Finanzen aufgefallen. Alle machen es irgendwie, haben Träume, welche sie nie ausleben und wissen eigentlich nicht wo sie anfangen sollen.

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Keiner spricht offen drüber

Bloß nicht drüber reden denkt jeder bei diesen zwei Themen. Den man könnte ja blöd angesehen werden. So erfährt man zwar das jemand einen Hauskredit aufgenommen hat, aber zu welchen Konditionen und ähnliches wird geschwiegen. Man könnte ja was falsches sagen.

Ganz ähnlich bei der Sexualität. Man hat schnell Angst als verrückt oder anders dargestellt zu werden. In der Familie oder Nachbarschaft steht man dann schnell als Pervers oder krank da. Obwohl vielleicht viele ähnliche Gedanken haben. Nur man spricht halt nicht drüber und findet die passenden Gesprächspartner.

Alles nur Vermutungen

Durch dieses nicht offene Reden enstehen dann sehr schnell Vermutungen. Man glaubt etwas muss schlecht sein und hört es von anderen. Anstatt sich selbst mal ein Bild zu machen. So geht man mit Aktien z.b. für viele Menschen immer ein extremes Risiko ein. Obwohl das je nach Aktie ja nun wirklich nicht der Tatsache entspricht. Natürlich gibt es Risiken. Aber die sollte man doch lieber selbst erleben und ausprobieren.

Bei der Sexualität wird auch immer gerne hinter nur in der dunklen Kammer geredet. Man vermutet halt vieles und träumt in sich rein. Aber es mal selbst erleben ist eher Sense. Man behält es entweder für sich oder stempelt es schnell als krank ab. Nur weil man es selbst vielleicht nicht gut findet. Aber nie damit Erfahrungen hatte.

Gerne wir geprahlt, aber nichts dahinter

Bei Finanzen prallt man meist weniger mit den Kontoausszug. Sondern mit den Konsumgütern. Mein Haus, mein Auto, meine Yacht. Wie viel Geld der Person wirklich zur Verfügung stehen ist meist nur schwer zu erahnen. Den man lebt in einer auf Pump Welt. Niemand zeigt gerne die konkreten Zahlen dahinter.

Bei der Sexualität läuft es doch ganz ähnlich ab. Dort wird sehr oft mit den verschiedensten Dingen geprahlt. Was alles so toll sein soll und was auch immer. Aber dahinter steht meist nicht viel. Fragt man mal nach bricht sehr oft ein Kartenhaus zusammen. Meist sind es Gedankenspiele, welche nie mit der Erfüllung zu tun hatten. Oder Dinge wurde einfach nur getan um damit „angeben“ zu können und nicht weil man Bock darauf hatte.
Jeder hat sein erstes Mal

Das erste Mal ist nie schön. Oder nicht? Man ist unerfahren. Kriegt nichts so wirklich auf die Reihe und der Spaß ist sehr schnell vorbei. So gut das auf die Sexualität passt. Genau so gut passt es auch auf die Finanzen. Am Anfang ist das nicht schön, wenn man auf einmal 10% im Minus ist. Aber man lernt mit der Zeit und wird immer besser.

Laut Studien beginnt ja z.b. der richtige gute Sex bei vielen mit Mitte 30. Den dann legen die Menschen ihre Denkmuster in diesem Bereich oft ab. Versuchen nicht verkrampft zu prallen oder zu tun was man von anderen hört. Sondern tun einfach das was sie für richtig halten und ihn Spaß macht.

Genau so sollte es auch bei den Finanzen sein. Man muss herausfinden was für ein selbst das Richtige ist. Ob man nun lieber in Aktien, Immobilien oder Ziegen investiert. Man muss seinen eigenen Wegen finden und gehen und nicht von anderen ablenken lassen.

Lernen kann man nur, wenn man sich mit anderen unterhält

Der letzte Punkt geht nochmal ums besser werden. Wie wird man besser? Meist in dem man von anderen lernt. Und was tut man genau bei der Sexualität und Finanzen nicht? Man redet nur selten drüber.

Dabei meine ich nicht mal über Sexualität mit jedem jetzt direkt ein Gespräch anzufangen. Aber z.b. mit dem Partner sollte man doch mal klar reden können. Was gefällt und was nicht. Anregungen gibt es ja bei weitem genug. Die passende Konsens daraus zu ziehen ist die Kunst.
Genau so muss man auch bei Finanzen nicht ständig jedem das Thema ans Bein binden. Aber hat man dort eine Frage oder Problem. Sollte man es wie in jedem anderen Bereich ansprechen und nicht totschweigen. Den so lernt man auf keinen Fall. Obwohl es vielleicht die rettende Lösung gewesen wäre.

Die essentiellen Dinge im Leben sind Tabu

Wenn ich nach Chrisitian Bischoff gehe gibt es vier sehr wichtige Bereiche in unseren Leben, welche uns definieren, Beruf, Partnerschaft, Gesundheit und Geld. Und über zwei von diesen vier Themen halten wir meist die Klappe? Das ist doch bescheuert. Und sind mir mal ehrlich über Gesundheit und Beruf wird auch nicht all zu oft mal klar gedacht. Mehr als die anderen beiden. Aber das beste draus machen nicht wirklich.

Dabei denke ich, wenn man diese Bereiche in einen guten Einklang bringt und halt die oberen Punkte nicht macht. Dann hat man ein sehr erfülltes Leben. Und das will doch jeder oder nicht?

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

19 Gedanken zu „Finanzen sind wie Sex – Alle machens. Niemand spricht drüber.

  1. Hi,

    du hast insofern zwar recht, viele sprechen nicht über die Finanzen. Ich habe es mehrfach versucht mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Doch äußerst viele interessieren sich für das Thema erst gar nicht.
    Ich hatte mal einen Menschen mit dem man über solch ein Thema sprechen kann, aber ich habe mittlerweile gemerkt, dass derjenige eigentlich nur Infos von mir haben wollte. Hinzu kommt, dass dann doch auch eine gewisse Missgunst daherkommt, weshalb ich es mittlerweile auch lasse über meine Finanzen zu sprechen.
    Ich mache mein Ding und fahre damit bisher ganz gut. Zum Austauschen von Informationen nutze ich dann lieber hier die Finanzblogs und Foren. Da ist man dann auch noch etwas anonym.

    1. Hi Gurke,
      ich denke auch die meisten gehen an die Sache einfach falsch ran. Finanzen wird halt oft gleich mit dem Bösen gleichgesetzt. Dabei verstärkt Geld einfach nur alles, was vorher schon in dem Menschen drinne war.

      Das mit den Tipps ist so eine Sache. Viele denken halt wohl das ist Zauberei. Wie sollten sie es auch anders wissen? Ohne sich mal informiert zu haben. ETF’s z.b. sind ja jetzt keine Kunst sondern sehr rational.

      Anonym ist natürlich immer vieles leicht. Das stimmt. Aber irgendwie finde ich den direkten Kontakt auch immer interessant. Manchen Leuten verstehen es leider nicht anders. Zumindest wenn es um Schulden z.b. geht.

  2. Hi,
    Ein wirklich gelungener Artikel, der mich zum Schmunzeln brachte! Danke dafür.
    Leider fehlt der personal finance-Thematik der Sexappeal und ist für viele wohl negativ besetzt. Das können sicher die diversen Blogs da draußen zu bekämpfen versuchen, ein natürlicherer Umgang, nämlich, dass man über Geld sehr wohl spricht, etc. würde auch sehr helfen. Das beginnt sicher in der Familie und geht bis hin zur Schule, wor ja zu diesem Thema völliges Schweigen herrscht.
    Viele Grüße,
    FF

    1. Hi FF,
      eigentlich komisch dabei werden doch hübsche Frauen mit wenig Klamotten schnell mit Geld in Verbindung gebracht. Aber ich denke es ist dort das selbe Probleme, wie dort auch. Es ist zu verrucht, wenn man damit spielt.

      Ich denke auch das der Punkt Geld viel früher ein Bereich sein sollte worum man sich kümmert. Das müsste man eigentlich schon seit der Kindheit lernen.

      Gruß,
      mafis

  3. Hallo Mafis,

    vielen Dank für Deinen Artikel. Ich hoffe, dass viele Menschen diesen Denkanstoß mitnehmen werden!

    Alle Paare haben Sex (naja fast) und alle Paare müssen irgendwie ihre Finanzen regeln! Und (fast) alle haben Angst darüber zu reden. Manche reden innerhalb ihrer Beziehung miteinander, aber lassen niemand anderen an ihren Erfahrungen und ihren Gedanken teilhaben.

    Klar, dafür ist eine gehörige Portion Vertrauen nötig, aber am Ende des Tages können alle nur gewinnen und ihren Horizont erweitern. Wer hätte denn nicht gern stabiliere Finanzen oder besseren Sex?

    Wenn dann doch kommuniziert wird, dann werden nur oberflächliche Informationen rausgegeben:

    „Mein Geld liegt auf einem Tagesgeldkonto oder ich habe einen ETF-Sparplan.“ Bei Aktien(strategien), Motivation und Handlungsgründen hört es auf.

    „Wir hatten ein total romantisches Wochenende mit Essen, Wellness und Sauna.“ Traurig oder? Beim Sex ist mir nicht Mal ein Satz eingefallen, den ich von Freunden gehört hätte, der konkreter wäre als dieser.

    Dabei bieten beide Bereiche so viel Mehrwert und so viel Potential für Erfahrung, wenn man sich nur austauschen würde. Alleine die Art der Beziehung: offen, monogam, polygam, dreieck, klassisch und so weiter. Das Abweichen der klassischen Beziehung die dann irgendwann in die Monogamie (Ehe mit nur einem Partner) übergeht, wird schon sehr kritisch beäugt und es muss etwas falsch mit der Person sein. Aber warum? Schon Mal gefragt, warum Menschen sich entscheiden so zu leben?

    Oder: Warum hast du diese Aktie gekauft? Was ist deine Anlagestrategie? Warum so und nicht anders? Was hältst du davon, wenn ich so vorgehe?

    Irgendwann werden wir diese Thematik auch bei uns auf dem Blog aufgreifen, da es thematisch schon fast ein Muss ist!

    Beste Grüße
    Mike von den Beziehungs-Investoren

    1. Hallo Mike,
      was soll ich sagen außer erstmal Danke. Schön das der Artikel gefällt.

      Ich war selbst etwas hin und hergerissen, ob ich das jetzt mal so raushaue. Der Artikel lag jetzt schon länger rum.

      Aber wie du sagst es sind einfach essentielle Dinge. Beide haben mich persönlich in letzter Zeit zum einem aufreget und zum anderen fasziniert, wenn man diese Hürde mal durchbrochen hat. Dieses Schwarz Weiß denken ist da einfach komplett falsch.

      Wie du sagst muss jeder seine Entscheidung treffen. Man sollte wissen warum man etwas tut. Ob das jemand anderen gefällt sollte man dabei außen vor lassen. Meist jedoch trifft man auf sehr viele gleichgesinnte.

      Von daher freue ich mich schon, wenn ihr euch mal mit der Thematik auseinandersetzt.

      Gruß,
      mafis

    1. Hallo Graccem,
      genau so ein Strip habe ich grade geplant gehabt. Ein Jahr nach meinen Finanzzielen kann man das mal machen.

      Wie detailliert muss ich mal sehen. Manche Dinge muss ich noch etwas zurückhalten.

  4. Da stellt sich mir doch die Frage, ob es ähnlich wie bei den immer beliebter werdenden Personal Finance Blogs, auch so eine Art Personal-Sex-Blogs gibt. Also nicht gleich die Porto-Variante, sondern eher von Privatleuten, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, die Stimmung in unseren Schlafzimmern (oder auf unseren Küchenzeilen) auf neue Höhepunkte zu treiben.

    Also statt „So wirst Du finanziell frei durch passives investieren!“ könnten dann die Blogartikel klingen wie „Mit der Budapester Beinschere neuen Schwung in die Beziehung bringen!“.

    Muss ich mal schauen, ob es so etwas gibt.

    Aber mal ganz ehrlich, ich habe kein Problem damit, mich mit meinen Freunden oder Kollegen über Finanzen zu unterhalten. Da bin ich recht offen. Es öffnen sich auch andere nach einer Weile.

    Bei Sex ist das schon eine andere Sache. Das ist irgendwie zu intim, um damit offen mit Menschen zu sprechen, die einem nicht wirklich nah sind. Familie würde ich mal ganz außen vornehmen. Da bleiben eigentlich nur gute Freunde. Und hier sprechen wir tatsächlich mal Tacheles wenn auf der jährlichen Männertour ein paar Biere geflossen sind. Dann kommt aber eher raus, dass bei vielen erstaunlich wenig läuft in der Kiste. Zitat von einem guten Freund: „Ich hatte das letzte Mal Sex bei der Zeugung unserer Tochter“. Da war die Kleine schon über ein Jahr alt.

    Ich glaube Sex ist einfach noch mal ein anderer Schnack. Darüber würde ich nicht so frei bloggen, wie ich es über Finanzen tue. Aber da bin ich vielleicht auch einfach zu verklemmt.

    1. Ich denke solche Blogs gibt es wirklich. Aber wahrscheinlich oft deutlich anonymisierter. Jetzt muss ich dort auch mal schauen. Vielleicht findet sich ja etwas gutes. Wenn man das Thema „Beziehungen“ einbezieht dann gibt es wohl eine ganze Menge. Ist wohl die Frage, was ist Sexualität für jemanden. Genau was ist Finanzen für jemanden. Jeder hat dort ja eine Arte Definition oft.

      Du hast recht Sex ist kein alltägliches Thema, welches man nicht unbedingt in alle Welt rausposaunen muss. Aber dennoch muss ich sagen im Freundeskreis ist das Thema schon recht offen mit einzelnen Personen. Finde das persönlich nicht verwerflich. Egal was dort bei rüber kommt.

      Ein Jahr ohne Sex, wenn man einen Partner hat finde ich schon sehr. Nun ja. Komisch. Natürlich nach einem Kind wird man erstmal nicht so ein Bock haben. Aber irgendwann muss man doch auch wieder die Beziehung zueinander stärken und da gehört Sex nun mal dazu.

      Ich gebe dir aber Recht über Sex wird man nie so frei bloggen. Finanzen sind nun mal am Ende nur ein Stück Papier oder zahlen auf dem Bankkonto. Auch wenn wir vieles darauf projizieren. Aber grade mit allen Beteiligten sollte man ja schon mal über das Thema Reden können. Selbst dies ist ja teilweise wirklich schwierig, wie du es mit deiner Geschichte beweist.

      Jeder muss halt, wie bei den Finanzen, sein Grad finden. Dabei sollte jedoch mindestens der Partner mit im Boot sein. Egal ob Finanzen oder Sex.

  5. In (D)einem Artikel mit der Überschrift „Finanzen sind wie Sex“ von einem Investment in Ziegen zu schreiben, halte ich für recht bedenklich 😉

  6. Hi Mafis,
    ich möchte aus psychologischer Sicht noch eine Parallele anfügen:
    Gehirnforscher haben herausgefunden, dass der nucleus accumbens (unser Belohnungszentrum) bei Geld genauso aktiviert wird, wie bei Sex. Geld regt halt unsere Phantasie an, wir projizieren unsere Hoffnungen und Befürchtungen auf Geld.
    Lothar Schmidt, Finanz-Coach

    1. Hi Lothar,
      interessant das Geld auch solche Wirkungen hat. Obwohl es irgendwo wieder Sinn macht.

      Obwohl bei dem einen davon zählt auch die Qualität. Nicht nur die Quantität.

      Gruß,
      mafis

      1. Hi Mafis,
        bei beidem zählt die Qualität. Es ist nicht entscheidend ob wir über 10 TEUR oder 10 Mio. reden. Ich kenne Menschen, die mit 10 TEUR große Hoffnungen verbinden und andere, wo es 1 Mio. ist (z.B. sich sicher fühlen, unabhängig sein) genauso mit Ängsten. Selbst ökonomisch ist das so, dass es nicht auf die Menge ankommt, sondern auf die Kaufkraft.
        Außerdem gibt es tollen Sex ohne Liebe. Aber mit Liebe ist es halt eine ganz andere Qualität. Genauso ist es mit Geld. Viel Geld bekommen oder geben (Gehalt, Steuern) ist was anderes als von Herzen Geld anzunehmen oder zu geben.
        Lothar Schmidt, Finanzcoach

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