Nie wieder arbeiten?

Nie wieder arbeiten?

Tue etwas was dir Spaß macht und du musst kein Tag mehr arbeiten.

Alle kennen diesen Satz. Aber stimmt er den auch? Kann man wirklich jeden Tag Spaß haben bei seiner Arbeit? Ich denke nicht. Zumindest wenn man Spaß darin sieht, das jeder Tag keine Hindernisse aufzeigt.

Im Urlaub hat man Zeit zum ausprobieren und nachdenken

Aber Spulen wir mal drei Wochen zurück. Genau genommen in meinen Urlaub in Slowenien. Dort habe ich drei Wochen Erlebnisse gesammelt, welche ich wohl mein Leben lang nicht mehr vergessen werden. Von tiefen Schluchten bis zu hohen Bergen war alles dabei. Aber auch meine Gedanken waren immer dabei. Die Gedanken was mache ich als nächsten Schritt.

Dabei habe ich viele Momente des Urlaubs mit der Kamera dokumentiert und veröffentlicht. Die Links dazu packe ich mal an das Ende des Artikels. Alleine für die Nachbearbeitung sind dort jeden Abend gut ein oder zwei Stunden drauf gegangen. Aber ich wollte es so. Dieses Fotografieren als „Job“ ausprobieren. Ich wollte sehen, ob mir das fotografieren und filmen so viel Spaß macht, wie ich mir gedacht habe. Grundsätzlich schon. Aber mit der Zeit erinnert auch dieses Hobby ziemlich an Arbeit.

Nie wieder Arbeiten gibt’s nicht

Dadurch ist mir klar geworden. Egal was ich tue, wenn ich es ständig tue wird es auch mal kein Spaß mehr machen. Alles was mir aktuell als Hobby grade sehr viel Spaß macht. Kann als Job schnell auch in eine andere Richtung umschlagen. Egal was man tut. Es wird immer ein auf und ab geben.

Aus diesem Grund finde ich den Satz „Tue etwas was dir Spaß macht und du musst kein Tag mehr arbeiten“ etwas fragwürdig. Natürlich sollte die Arbeit Spaß machen, aber kein Tag mehr arbeiten ist wohl weiterhin ein Wunschtraum.

Daher finde ich ein Satz von Christian Bischoff viel passender: „Du wirst dein ganzes Leben Probleme haben. Nur die Qualität deiner Probleme steigt.“

Probleme wird man immer in seinem Leben haben. Hat man keine mehr ist man tot. Die Frage ist jedoch, welche Qualität meine Probleme haben. Beschäftige ich mich damit, welches Mittagessen ich essen soll oder wie ich das 5 Milliarden Unternehmen in die richtige Richtung lenke. Es geht darum jeden Tag zu wachsen und wer will das nicht?

Die nebenberufliche Tätigkeit

Dabei möchte ich jetzt das Thema „Nebenberufliche Tätigkeit“ anscheiden. Darüber hatte ich ja vor einiger Zeit ein Artikel geschrieben. Tätigkeiten welche mich reizen würden. Ich dachte ja ein wenig bei manchen Themen hätte ich es vielleicht leichter oder die Themen würde mehr Spaß machen. Mittlerweile denke ich alle Themen sind gleichwertig. Alles kann Spaß machen und alles wird genau so viele Probleme machen. Dabei kann alles sehr gut funktioniert oder halt überhaupt nicht.

Aus dem Grund bin ich dann im Urlaub ein Schritt zurückgetreten und habe mal versucht das große Ganze zu sehen. Wirklich hilfreich war dabei ein Bild von der Karrierebibel. Genau danach will ich mal all meine Vorschläge aus dem Artikel der Nebenberuflichkeit bewerten. Etwas rationaler an das ganze Thema rangehen.

Kann Arbeit Spaß machen?

Quelle: Karrierebibel

Online Business

Beim Online Business denke ich jetzt an Gedanken, wie professionell bloggen über etwas z.b. Finanzen, Reisen oder ähnliches. Vielleicht auch über die Softwareentwicklung.

Du liebst es:

Ich glaube nicht. Ich finde es ganz cool. Aber schreiben ist eindeutig nicht meine größte Leidenschaft.

Du bist großartig darin:

Natürlich denke ich man kann wachsen. Aber mein Talent ist wohl eindeutig in anderen Bereichen.

Die Welt braucht es:

Bestimmt. Zumindest wenn ich das richtige Thema und die richtige Zielgruppe selektiert.

Du wirst dafür bezahlt:

Mit der Zeit bestimmt. Aktuell wohl eher nicht.

Touren anbieten

Der Gedanke war ja z.b. MTB Touren oder ähnliches im Harz oder sonst wo anzubieten.

Du liebst es:

Ich liebe glaube viel eher das neue Entdecken. Bei den selben Touren wäre das ja nicht so gegeben. Daher wohl auch nur nett.

Du bist großartig darin:

Im Planen auf jeden Fall. Aber bei der Führung braucht es glaube an sich andere Leute. Dazu bin ich zu kalkuliert. Der Planer halt.

Die Welt braucht es:

Ähnlich, wie beim Online Business. Mit der richtigen Zielgruppe mit Sicherheit. Die meisten Leute planen ja eher ungern.

Du wirst dafür bezahlt:

Die Idee ist ja nicht neu. Angebote gibt es ja. Also mit Sicherheit möglich. Aber aktuell nicht.

Fotografieren

Das Thema kam in letzter Zeit häufiger auf. Ich wurde öfters mal gefragt, ob ich ein paar Bilder machen kann.

Du liebst es

Auf jeden Fall. Fotografieren tue ich gerne. Aber weniger, wenn es um das Posing geht. Sondern den Moment einzufangen.

Du bist großartig darin:

Großartig noch nicht. Aber wohl ganz gut. Sonst hätten ja nicht ein paar Leute Interesse. Aber daran lässt sich arbeiten.

Die Welt braucht es:

Dort habe ich gelernt. Die Welt braucht People Fotografie. Also z.B. Hochzeiten, Models,… . Nicht mein stärkstes Feld aktuell. Landschaften werden zwar gerne als Poster mal genommen. Aber das muss schon meist sehr außergewöhnlich sein.

Du wirst dafür bezahlt:

Ich wurde dafür sogar schon bezahlt. Also ja ist möglich. Aber dort ist es eindeutig schwieriger eine Konstanz zu etablieren. Dafür müsste man wirklich schon jedes Wochenende Hochzeiten abklappern und ähnliches. Man ist daher sehr gebunden.

Software entwickeln

Du liebst es:

Keine Frage. Sonst würde ich diesen Job wohl nicht seit fast 10 Jahren machen. Am meisten Liebe ich es dabei natürlich Fortschritte zu machen und große Projekte zu bewegen.

Du bist großartig darin:

Ich denke schon. Ich beschäftige mich sehr ausgiebig damit und habe schon eine Menge Know How. Natürlich kann man immer noch besser werden.

Die Welt braucht es:

Auf jeden Fall. Die IT ist mittlerweile in jedem Unternehmen vertreten und wird eher noch stärker werden als schwächer.

Du wirst dafür bezahlt:

Ja. Sogar ganz gut und dabei bin ich als Angestellter noch relativ weit unten. Das Potential in diesem Bereich ist eindeutig enorm.

Fazit – Ich bin ein Softwareentwickler

Wie man schon sehen kann habe ich die Punkte schon in einer logischen Reihenfolge sortiert. Die einzige sinnvolle Lösung ist die Nummer 1 und diese mit 100% Prozent. Die 100% welche ich jeden Tag dafür habe werden genutzt. An manchen Tagen sind diese 100% mehr und an anderen Tagen weniger. Natürlich werde ich dabei Punkt 2 nicht vergessen. Aber dies wird weiterhin ein Hobby sein und kein Nebenverdienst.

Den die Softwareentwicklung bietet dabei auch deutlich bessere Möglichkeiten beim Thema Skalierbarkeit und örtliche & zeitliche Unabhängigkeit. Hochzeiten z.B. sind nun mal meistens am Wochenende. In der Woche sieht das Thema eher mau aus und man muss nun mal vor Ort sein. So funktioniert das mit der Fotografie.

Von daher heißt es jetzt beim Thema Softwareentwicklung noch eine Stufe höher zu schalten. Oder um es mit Christian Bischoff seinen Worten zu sagen: „Du weißt nie, wo dein Limit ist. Du weißt nur, wo es nicht ist.“

Und damit ich es nicht vergesse: Hier die Bilder aus Slowenien und hier die passenden Videos.

Ach und was denkt ihr dazu? Gibt es wirklich die Arbeit, welche keine Arbeit ist?

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

7 Gedanken zu „Nie wieder arbeiten?

  1. Hi Mafis,
    Super Idee, diesen Aspekt aufzugreifen. Ich glaube, dass finanzielle Freiheit viel zu oft mit nicht mehr arbeiten gleichgesetzt wird – das finde ich gleich aus mehreren Gründen falsch. Ich kenne finanziell freie Menschen, die Tätigkeiten nachgehen und daraus eine Menge Freude und Zufriedenheit ziehen. Vielmehr glaube ich, dass das entscheidende ist, dass das zwanghafte an der Arbeit verloren geht. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, wenn Du deine Fotos doch nicht nachbearbeitest, hat es keine Konsequenzen (Kündigung, Kundenverlust, etc.). Daher obliegt es volltständig Deiner Willensentscheidung die Nachbearbeitung vorzunehmen.
    Viele Grüße und viel Spass bei Deinen Nebentätigkeiten,
    FF

  2. Hi,

    was heißt denn: „Du wirst dafür bezahlt:

    Ja. Sogar ganz gut und dabei bin ich als Angestellter noch relativ weit unten. “

    Was ist denn gut und was ist für gut noch relativ weit unten? Was ist denn nicht gut? Und was ist weit oben? Nenne mir doch mal bitte ein paar Zahlen 🙂

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Firmen einem das Geld auch in der Softwareentwicklung nicht so ohne Weiteres in den Hintern blasen. Viele Firmen sind sogar so dreist und drücken unmenschlich nach unten.

    1. EG9 bei der IG Metall. Dazu noch Prämien und halt das typische bei der IG Metall. 30 Urlaubstage,35 Stunden … und so weiter.

      Und ja Unternehmen drücken immer ganz gut.

      Ich denke für ein angestellten Entwickler ist zwischen 24.000 und 80.000 alles möglich je nach Gegend alles möglich. München musst du ja z.b. gar nicht anfangen mit 24.000.

      Also ich würde sagen unter 40k im Jahr für ein etwas besseren Entwickler in einer normalen Gegend finde ich schon wenig. Aber das hängt halt von so vielen Faktoren ab. Hinterher schmeißen werden sie es mit Sicherheit nicht. Aber ich denke sie werden gute Leute immer halten wollen. Mir wurden nach der letzten Kündigung schon entsprechende Angebote gemacht. Die über mein jetzigen Verdienst liegen.

      Weitere Fragen? 🙂

  3. Berufserfahrung und Selbstvermarktung wären noch Faktoren. Ich hatte Kollegen in Festanstellung erlebt, die deutlich weniger als ich bekommen haben als Entwickler. Und sich mit „ist halt mein erster Job“, „hab zu lange studiert“, und „erstmal Berufserfahrung sammelten“ unter Wert verkauften. In dem Bereich ist man als Arbeitskraft gefragt und wird gut bezahlt – leider im Unterschied zu Textern und Fotografen.

  4. Hallo Mafis,

    erstmal super Bilder, sehen echt gut aus.

    Meine Meinung zum Thema:

    Ich denke viele Leute stellen sich unter Spaß einen Zustand unendlichen Glücks vor, alles macht Spaß, alles macht Freude, man lacht und die Arbeit erledigt sich von alleine.

    Das Comic von The Oatmeal fasst es, und so fühle ich mich auch, gut zusammen:

    http://theoatmeal.com/comics/unhappy

    Mir muss meine Arbeit in erster Linie einen Sinn ergeben. Ich bin auch als Softwareentwickler unterwegs und nebenbei betreibe ich das Hobby auch als Gewerbe. Das macht mir im übertragenen Sinne Spaß, so wie es mir Spaß macht mit dem Fahrrad einen hohen Berg hoch zu fahren. Der Prozess ich anstrengend und macht an vielen Stellen absolut keinen Spaß. Aber ist man oben angekommen, hat man die Software oder das Projekt fertig, stellt sich ein Erfolgs- bzw. Glücksgefühl ein.

    Auch wenn ich es als Hobby bezeichne, was ich nebenbei mache, gehe ich es mit Ernsthaftigkeit an. Es gibt jede Menge Tätigkeiten die keinen Spaß machen, sondern Arbeit sind. Vieles an der Software ist 0815 Kram der gemacht werden muss.

    Die Software muss dokumentiert werden, eine Hilfe geschrieben werden, Screenshots für Webseiten erstellt werden. Macht keinen Spaß, ist aber notwendig. Dies ist auch der Grund warum viele nebenbei nix auf die Reihe bekommen. Will ich nur Spaß, muss ich alle Tätigkeiten ausklammern, welche keinen Spaß machen. Dann bekomme ich aber nichts professionelles auf die Reihe. Ich spreche mit der Brille des Softwareentwicklers: ich kenne zahlreiche Leute die nebenbei ihre Projekte anfangen, die solange vorantreiben, wie die Entwicklung Spaß macht und dann das nächste anfangen. Etwas fertiges wird nie drauf.

    Erfüllung und Sinn ist das was ich suche bei meinen Tätigkeiten. Dies bringt mich dann auch am Wochenende dazu mich zeitig an den Rechner zu setzen und meine Projekte voran zu treiben.

    Wenn man mich fragt, was ich am Wochenende mache: „Ich will Arbeiten“.

    Gruß
    Fuseboroto

    1. Hey Reisen,
      da hast du recht. Man kann nicht nur Spaß haben. Das wäre ja noch zu schön. Man muss lieben was man tut und bei der Liebe leidet man ja zwischendurch auch mal gerne. Ich glaube dort passt das Pareto Prinzip immer ganz gut. Macht es mir 80% der Zeit Spaß, dann ist sehr gut. Schlechte Zeiten gibt es immer mal.

      Aber wie du auch sagst. Du willst Arbeiten. Genau darin ist auch der Unterschied, ob man das will oder nicht. Will man etwas nicht kann es nichts werden. Probleme gibt es immer. Probleme sind Geschenke, woran man wachsen kann. Aber die hören dann nicht auf. Sondern werden immer größere Probleme, welche mir aber auch immer mehr zurückgeben.

      Gruß,
      mafis

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