Negativspirale

Die Negativspirale des Konsums

Aufwärtsspiralen finde sich überall. Eine Aufwärtsspirale beim Sparen hilft immer mehr zu sparen. Das Gegenstück dazu ist die Negativspirale. Diese findet man genau so häufig. Den heute trinkt man wirklich nur ein Bier oder kauft nur eine kleine Sache. Leicht kommt man dort in eine Drehbewegung, welche vor nicht geplant war und wo man manchmal gar nicht so leicht wieder raus kommt.

Die Vorgeschichte

Vor kurzem war ich mit ein paar Freunden Bouldern. Wer das nicht kennt. Googlen und mal ausprobieren. Macht eine Menge Spaß. Nun ja, ein Paar verspätete sich und so saßen wir im Warteraum. Bei mehren Männern unter sich kommt dann schnell das Thema Auto auf. Wobei in der Runde jedes Auto vertreten ist vom älteren Polo bis zum Firmenleasing BMW.

Das gesamte Gespräche möchte ich euch ersparen. Aber ein Satz hat sich bei mir doch eingebrannt von einem Kumpel, welcher einen Passat als Jahreswagen gekauft hat mit nahezu Vollausstattung. Von der Standheizung bis zum Automatikgetriebe. Sein Satz war folgender: „Als ich den Hof mit dem Auto verlassen habe, habe ich schon über das nächste Fahrzeug nachgedacht.“

Nicht das er unzufrieden mit dem Kauf gewesen wäre. Die Preis/Leistung war wirklich in Ordnung. Aber dennoch war er wohl doch nicht zu 100% zufrieden. Oder dachte zumindest die anderen haben ja schließlich auch noch dickere Autos. Die Negativspirale beim Konsum beginnt. Interessent.

Meine Geschichte

Da habe ich mal über mich selber etwas reflektiert und muss zugeben ich habe vor einem Jahr noch ähnlich gedacht. Als ich mein Gebrauchtwagen gekauft habe. Hatte ich kurz danach schon über den nächsten nachgedacht und wie ich dafür spare. Also ersten abzahlen und dann nach ein oder zwei Jahren einen neuen besorgen. Irgendwie war das in dem Moment für mich ein logischer Schritt. Nach einer gewissen Zeit wieder ein Wagen zu besorgen, welcher natürlich besser sein sollte als der aktuelle. Besser heißt dann natürlich auch teurerer.

Die Negativspirale

So befindet man sich in einer Negativspirale, wenn es um die Kaufpreise der Autos geht. Ein Rückschritt ist fast undenkbar. Dies würde ja einem sozialen Abstieg gleichstehen. Aber nicht nur beim Auto beginnt so eine Spirale. Der nächste TV muss natürlich größer und mehr Funktion bieten, die nächste Wohnung muss größer und besser sein. Ach und der nächste Partner natürlich auf. Man glaubt immer daran etwas noch besseres haben zu müssen. Eine Rückschritt ist undenkbar.

Was kann man gegen die Negativspirale tun?

Mich selbst, wie geschrieben, lässt dieser Gedanken ja auch nicht kalt. Aber mittlerweile habe ich doch gelernt ihn etwas zu beherrschen. All zu oft kam mir der Gedanke nach einem neuen Auto, Fernseher und anderen Spielzeug. Früher hätte ich wohl Impulsmäßig ein Gegenstand sofort gekauft.

Mittlerweile vergehen je nach Kosten Wochen oder sogar Monate bei solchen Entscheidungen. Dieser werden dann deutlich rationaler und schlagen manchmal sogar komplett um. So rüste ich grade bei den Kameras sogar etwas ab und versuche erstmal das beste aus dem wenigen zu machen. Mein Auto liebe ich auch und werde ich wohl so lange fahren bis es sich aus finanzieller Sicht nicht mehr lohnt. Ach und der Fernseher wird so lange an der Wand hängen bis er mal den Geist aufgibt.

Meist sind es nur Kleinigkeiten, wie z.B. die Multimediaanbindung im Auto, welche mir etwas stören. Aber die meisten lassen sich mit wenig Aufwand und Kosten nachrüsten, wie ein Bluetooth Gerät um das Handy leicht an Anzubinden für Musik und Podcasts. Das sind dann 30€ statt ein neues Auto. Hört sich für mich und mein Konto deutlich besser an. Sauber verlegt alles sieht das gar nicht so schlecht aus und tut seinen Dienste perfekt.

Von daher kann ich nur sagen: Aufpassen. Man kann leicht in eine Negativspirale kommen, wenn man mal irgendwo einsteigt. Grade Luxusgüter sind dabei ein echtes Problem. Natürlich kann man von vornherein schon darauf verzichten, dann steigt man gar nicht erst ein. Aber jeder muss sein Leben selbst definieren, welchen Luxus er benötigt.

Man sollte nur immer hinterfragen, wenn man sich etwas besseres kaufen will. Warum eigentlich? Sind es wirklich nur Kleinigkeiten, welche man vielleicht anders lösen könnte? Bei der Fotografie habe ich z.B. gelernt mit etwas Bearbeitungen kann man jedes Foto zu etwas besonderen machen. Erfahrungen ist da mal wieder in vielen Belangen der Technik überlegen.

Kommt euch das selbst bekannt vor mit der Negativspirale? Seit oder wart ihr selbst schon mal darin gefangen? Oder ist das nur ein Thema für die ganzen konsumgeile Leute?

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

2 Gedanken zu „Die Negativspirale des Konsums

  1. Hallo mafis,

    kann ich dir nur zustimmen. Autos sind da immer ein Paradebeispiel. Bei uns sind nur Gebrauchtwagen im Einsatz und die werden gefahren bis sie auseinanderfallen. Bei anderen Gegenständen, wie dem Fernseher mache ich es genauso. Die Sachen werden so lange benutzt, bis sie kaputt sind.
    Selbst aus alten Kleidern macht meine Frau noch was neues. Und wenn es teilweise nur Putzlappen sind (die Altkleidersammler machen teilweise auch nichts anderes draus).
    Früher brauchte ich auch ständig etwas neues. Oft hab ich den Samstag mit Freunden in Kaufhäusern verbracht und mein Geld rausgeworfen. Inzwischen hat das ganze an Bedeutung verloren. Ich suche diese Kaufhäuser heute nur noch auf, wenn ich was brauche. Dann gehe ich allerdings immer mit etwas mehr, wie geplant raus, schaue jedoch immer, dass es sich im Rahmen hält.

    VG alelab

  2. Hallo Mafis,

    Völlig richtige Beobachtung! Überbordender Konsum ist der größte Teufel am Weg zur finanziellen Freiheit. Mein Blog beschäftigt sich, u.a. auch mit der Frage, wie man die von Dir beschriebene Abwärtsspirale bekämpfen kann, ich weise mal auf zwei relevante Artikel hin: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/07/21/kassasturz-verschuldung-und-ueberschuldung/ oder auch https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/08/04/leitfaden-ausgabencheck/
    Was meinst Du?
    Viele Grüße,
    FF

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