Was ist dein Umfeld?

Nutze dein Umfeld für dich

Dein Umfeld. Sag mir mit wem und mit was du dich umgibst und ich sage dir wer du bist. Bestimmt kennst du diesen Satz. Aber nutzt du ihn zu deinem Vorteil oder deinem Nachteil? Beides ist schließlich möglich.

Die dunkle Seite

Negative Beispiele gibt es in rauen Mengen. Natürlich könnte ich mit den extremen Beispielen anfangen, wie dem Wohnen in einer schwierigen sozialen Gegend. Aber so weit muss man gar nicht gehen. Denkt zum Beispiel an die Arbeit.

In der letzten Firma haben viele Kollegen sehr auf die Arbeitszeiten der anderen geachtet. Obwohl Gleitzeit in der Abteilung war. Trotzdem hat sich mit der Arbeitszeit so eingebürgert das alle Kollegen zur selben Zeit dort waren. Nicht wegen einer Regel, sondern allein durch den Gruppenzwang.

Genau so kann Faulheit abfärben, wenn alle Kollegen nur vor sich hinarbeiten. Mit der Zeit kann man so leicht in den selben Rhythmus verfallen. Nicht weil du es willst, sondern das Umfeld diesen Typen aus dir macht. Natürlich kann man dagegen ankämpfen, aber es erfordert viel Energie auf sehr lange Zeit.

Die helle Seite

Andersrum kann man diesen Effekt jedoch genau so für positive Änderungen nutzten. Wann ist die Chance höher zu sparen, wenn ich Leute um mich habe, welche ähnlich denken oder das Geld aus dem Fenster raus werfen? Ist klar oder?

Den genau diesen Effekt merke ich seit einem halben Jahr durch die anderen Blogs, Kommentare und Gruppen.Genau genommen sind mir drei Dingen aufgefallen, welche sich positiv daraus entwickelt haben.

Nummer 1 – Motivation

Natürlich motivieren mich all die anderen Leute. Egal ob sie noch am Anfang stehen, wie ich und die Ex-Studentin. Schon etwas länger dabei sind, wie Dummerchen oder die finanzielle Freiheit schon erreicht haben, wie die Zwei von WhatLifeCouldBe. Das sind dabei nur die Leute, welche mir grade direkt durch den Kopf schießen. Aber noch viele andere sind jeden Tag und jede Woche dabei.

Man sieht einfach, wie die Menschen etwas erreicht haben oder zu erreichen versuchen. Man sieht ihren Weg und sieht all die Möglichkeiten. Für mich ist das sehr motivierend.

Nummer 2 – Lernen von anderen

Dicht gefolgt hinter der Motivation ist der Lerneffekt durch so eine Gruppe. Zum einem lernt man eine Menge neue Dinge kennen z.B. werden Optionen mir langsam klarer. Danke dafür an easydividende. Investieren würde ich selbst darin noch nicht.

Aber überhaupt all dieses zu lernen finde ich extrem spannend und positiv. Das Thema Immobilien als nicht Firma habe ich vorher eher verteufelt als interessant gefunden. Der Aufwand dahinter klang enorm. Mittlerweile reizt das Thema schon sehr. Obwohl ich aktuell die Chance auf Schnäppchen eher schwer sehe.

Aber viel wichtiger als neues zu lernen ist noch aus den Fehlern anderer lernen zu können. Probleme werde ja gerne in jedem tollen Buch verschwiegen. Dort wird meist der perfekte Weg beschrieben, aber die Abgründe sieht man nur selten. Dort bin ich dankbar für all die Leute, welche schon lange dabei sind und nicht mehr so Jungspunde sind, wie ich. Ohne großen Crash. Ich denke grade in den Phasen werde ich noch eine Menge von den Erfahrungen anderer positive Effekte raus ziehen.

Nummer 3 – Das Netzwerk

Ich habe mittlerweile gelernt alleine geht nichts. Desto größer das Netzwerk ist desto besser ist das Netzwerk. Das typische „Ich kenne da jemanden“ setzt irgendwann ein. Meine Wohnung habe ich genau aus solch einen Grund. Ich kannte da jemanden. Mein Job kam auch aus dem Bereich „Ich kenne da jemanden“. Viele gute Dinge im meinen Leben hängen sehr mit diesem Punkt zusammen.

Ein Netzwerk kann einfach eine enorme Unterstützung sein. Vor allem, wenn man im geschäftlichen Feld unterwegs sind. Ein paar gute Verbindungen können einem Tür und Tor öffnen. Alleine hingegen wird man es nur sehr schwer haben. Selbst wenn man zu den besten in seinem Bereich gehört. Manchmal können es banale Dinge sein, wie der Arzttermin oder ein anderer Termin. Vitamin B hilft fast immer.

Außerdem kann man Tipps von all den Leuten einholen, welche man vorher nur schwer bekommen hätte. Dort sind wir dann wieder bei Nummer Zwei.

Nutze dein Umfeld

Aktuell versuche ich all diese Vorteile auf einen anderen Bereich zu transportieren. Dem Sport. Seit meinem Umzug ging es dort irgendwie bergab. Grade die Motivation hat irgendwann extrem gefehlt. Ich habe öfters probiert dort raus zu kommen, aber meine Schwelle für den Umschwung im Kopf habe ich nie erreicht. Deshalb habe ich mich jetzt in einem Triathlonverein angemeldet. Alleine nach dem ersten Training kann ich sagen. Alle Punkte haben darauf gepasst.

Ich war motiviert durch all die anderen im Becken. Pausen wurde so kurz wie möglich gehalten. Gelernt habe ich über das Schwimmen in einer Stunde mehr als in den letzten Jahren. Zuletzt habe ich noch ein paar neue Kontakte geknüpft. Ein Trainingspartner wohnt z.B. genau in meinem Haus. Zufälle gibt es.

Zukünftig werde ich mich aus alle den Gründen viel mehr um das Umfeld kümmern. Ein Umfeld das zu meinen Zielen passt im Monat, Jahr und Leben. Ich denke dadurch ist der halbe Krieg schon gewonnen. Das fängt ja beim Partner schon an und endet beim geschäftlichen Umfeld.

Aber nun zu ein paar Fragen an euch. Passt euer Umfeld zu euren Zielen? Habt ihr ähnliche Hebelwirkungen schon erlebt? Und wie denkt ihr über ein Umfeld, welches gar nicht zu euren Grundsätzen passt z.B. alte Freunde aus der Kindheit, welche in vollkommen andere Richtungen laufen?

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

6 Gedanken zu „Nutze dein Umfeld für dich

  1. Das Umfeld ist ein wichtiger Aspekt für die persönliche Entwicklung. Hat auch eine gewisse Vorbildfunktion. Ich versuche ein Umfeld mit Konkurrenzdenken zu vermeiden. Oder generell Gerede um Statussymbole. Mir ist es wichtiger, dass jeder die Lebensweise des anderen versteht und akzeptiert.

    Ein Schulfreund von mir z.B. war schon immer sehr materiell geprägt: Immer die neusten Apple Produkte, teure Urlaube, viel Schnick Schnack auf Partys. Aber es ist letzten Endes seine Sache, wenn ihm sein Leben so gefällt. Ein guter Kerl ist er trotzdem. Gleichzeitig muss er damit leben, dass er mit manchen seiner Ideen bei mir auf weniger Begeisterung stößt.

    Ich hatte mal ein Date mit einem jungen Mann, der mich mit fettem Auto abholte, im Parkverbot parkte und nur mit seinem Gehalt und seinen Job prahlte. Er war zwar vom Charakter her sonst nett, aber es passte nicht zu meinem Lebensstil. Ich habe gerne Leute um mich rum, die es „einfach“ mögen. Nicht um den heißen Brei herumreden und am Leben anderer – ohne darüber unnötig negativ zu urteilen- teilhaben wollen und ein offenes Ohr haben.

    Andersdenkende Bekannschaften können auch interessant und lehhreich sein. Ich rede auch gerne mal ohne schlechtes Gewissen über teure Konsumgüter und bewundere das neue Auto eines Kollegen. Es muss aber nicht automatisch Platz in meinem Leben finden.

    Und man muss keine Freundschaften erzwingen. Beruflich sollte zumindest fachlich eine Grundlage da sein, um produktiv zusammen zu arbeiten.

    Man wird selten eine Person finden, die in allen Belangen mit einem auf derselben Wellenlänge ist. Aber das ist für eine Freundschaft auch nicht nötig, sofern man wie gesagt den anderen aktzeptiert wie er ist und Interesse zeigt. Meine Mama ist ein gutes Beispiel für so einen Menschen: Ausgebildete Telefonseelsorgerin, der man alles erzählen kann, die dich auch einfach mal tröstet und dir hilft, die Antwort selbst zu finden.

    Über einzelne Interessen (Finanzen, Sport, Immobilien) kann man sich mit unterschiedlichen Leuten austauschen.

    1. Coole Typen dabei.

      Finde interessant das du den Konkurrenzgedanken dabei etwas ausschließt und lieber auf die Vorbildfunktion gehts. So ein klein bisschen Konkurrenz finde ich ja persönlich recht reizend. Aber vielleicht so ein Männerding. Kann man auch irgendwie verstehen.

      Erzwingen sollte man nie etwas. Die Frage ist wohl immer in welchen Umfeld man welches Gespräch beginnt. Eine Person, welche genau die selben Prinzipen überall hat wäre schon etwas unheimlich. Die Frage ist für mich halt manchmal, ob man trotzdem ein bestimmtes Umfeld irgendwann fallen lässt. Wenn man z.B. gar kein Thema mit dem Umfeld mehr hat?

  2. Hi mafis,
    ich und Mr W reden sehr oft über unseren Umfeld und mit welchen Freunden / Bekannten wir z.B. über Themen wie finanzielle Unabhängigkeit reden können. Seitdem wir FI und Minimalismus entdeckt haben und angefangen haben, anders wie die meisten zu denken, hat sich unseren Freundeskreis quasi vom selbst ausgemistet. Dahingegen haben wir entdeckt, dass wir mit ein paar bestehenden Freunden jetzt mehr gemeinesamen Themen haben und unsere Freundschaften sind daher stärker geworden. Dazu haben wir auch aktiv nach Gleichgesinnten gesucht, deswegen den Blog und das Versuch, eine europäische FI-Community aufzubauen. Mann muss aber nicht immer gleich mit allen über Finanzthemen reden, da wäre das Leben viel zu eintönig. Ich habe noch ein Handvoll sehr gute Freunde aus meiner Schulziet in Schottland, die an FI wenig interessiert sind aber wir haben dank unseren über 20 jährigen Freundschaft einfach so vieles zusammen durchgemacht, dass wir glaube ich immer gute Freunde bleiben werden.

    1. Hey,
      ausmisten klingt ja erstmal hart. Aber finde irgendwie das macht schon viel Sinn, wenn man halt nichts mehr zu reden hat. Warum sollte man dann noch den Kontakt aufrecht erhalten?

      Beim neuen Umfeld schaffen seit ihr wirklich sehr aktiv und es ist schön, wenn man plötzlich noch mehr Gemeinsamkeiten entdeckt. Manchmal merkt man erst in so manchen Situation, wie ähnlich man sich doch ist. Kenne das oft vom Filmen oder Fotografieren, wo man dann so mehr so hintenrum erfährt.

      Die Schulfreunde. Die sind bei mir auch immer eine Konstanten. Zumindest ein bestimmter Kern, obwohl man eigentlich von den Interessen gar nicht mehr so gleich ist. Aber die Vergangenheit schweißt ja irgendwie zusammen. Aber aufgaben würde ich die auch eher ungern.

      Gruß,
      mafis

  3. Ich habe zwei Freunde die manchmal unterschiedlicher nicht sein könnten:
    Freund A:
    -geht oft und gerne nett essen
    -im Urlaub muss es ein gewisser Standard sein, je größer und luxuriöser desto besser
    -Handyvertrag mit irgendwelchen Flatrates bei der Telekom
    -als sein Handy mal zur Reparatur eingeschickt werden musste hat er sich vorsichtshalber gleich mal ein neues bestellt (und mir dann das reparierte überlassen, danke!).
    -Altersvorsorge: Fehlanzeige, obwohl er Selbständiger ist und keine gesetzliche Rente beziehen wird.

    Freund B:
    -ab und an mal Döner und Pizza essen gehen, so richtig nett essen sehr selten
    -im Urlaub darf es auch mal das Zelt, sonst ein günstiges Hotel oder Übernachten bei Freunden sein
    -Handy (Prepaid?) bei Alditalk
    -als sein Handy mal kaputt war hat er wochenlang mein altes Handy benutzt bis seines wieder repariert war
    -Altersvorsorge: er besitzt Aktien von seinem Arbeitgeber und hat auf Tagesgeldkonten einiges an Geld herumliegen, das er gerne sinnvoll anlegen möchte. Dabei hat er mich um Hilfe gebeten und ein, zwei von mir empfohlene Bücher dazu gelesen.

    Gestern war ich mit Freund B (dem Sparsamen) nach einer Fahrradtour in der Stadt unterwegs. „Lass uns mal in die Nebenstraßen schauen nach was zu essen“, schlug er vor, statt auf die teuren Restaurants auf Marktplatz und Fußgängerzone zuzusteuern. Mit unseren Radklamotten wären wir dort sowieso etwas fehl am Platze gewesen. Aber ich merkte in dem Moment, dass ich mich mit ihm deutlich wohler fühle als mit Freund A, der auf großem Fuß lebt. Neben Freund A komme ich mir manchmal wie ein Geizhalz vor mit meiner eher sparsamen Lebensweise. Mit Freund B hingegen liege ich da voll auf einer Wellenlänge und fühle mich deshalb wohl.
    Wir haben dann übrigens in einem kleinen Imbiss in einer Nebenstraße gesund und günstig gegessen 🙂

    1. Das ist natürlich ein Kontrastprogramm Julia. Das Gefühl kann man eindeutig nachvollziehen. Ist man so leicht verkrampft ist das ja nie ein gutes Zeichnen. So etwas merkt man auch irgendwie sehr schnell finde ich. Erinnert mich ein wenig an Dates. Wo man entweder ständig auf die Uhr sieht oder nach fünf Stunden sich wundert, wo den die Zeit hin ist.

      Ist es da nicht interessanter sich öfters mit Freund B zu treffen?

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