Kostenverteilung in der Partnerschaft

Kostenverteilung in der Partnerschaft?

Wie ist die Kostenverteilung in einer Beziehung oder Lebensgemeinschaft verteilt? Der Idealfall, aus meinem letzten Beitrag, mit 50/50 trifft nicht immer zu. Dafür gibt’s gute Gründe.

Viele Punkte des Artikels entstammen der eigenen Erfahrung. Erfahrungen aus dem Leben durch Eigene, Freunde, Bekannte oder Kollegen. Den so viele Informationen gibt’s gar nicht über das Thema. Zumindest aus der wissenschaftlichen Sicht mit Studien. Die ersten Ergebnisse bei Google leiten auf die Foren verschiedener Partnerplattformen, wie Elitepartner oder Parship. Und ob Leute die Leute jetzt wirklich den Durchschnitt hinstellen ist wirklich fraglich. Den dort ist all zu oft eine sehr egoistische Ansicht zu finden. Daher wundert mich auch nicht das viele dort Single sind. Aber ein anderes Thema. Auf zu den verschiedenen Arten der Kostenverteilung.

50/50

Jeder zahlt die Hälfte trifft man relativ oft in Partnerforen, welcher mein Gedanken aus dem letzten Artikel wiederspiegelt. Die Fixkosten werden so genau bei der Hälfte geteilt. Meistens zahlt einer die Kosten und der Partner überweist das Geld dafür. Klingt erstmal nach einer guten Idee. Kenne das selbst aus den Beziehungen von Kollegen.

Dort erzielen beide Seiten meist ein sehr ähnliches Einkommen. Ich denke genau dafür passt diese Art. Den in diesem Moment ist sie gerecht. Viele Paare scheinen dies Art der Kostenteilung meist in einem frühen Studium der Partnerschaft zu machen. Weniger bei Verheirateten. Klar. Warum sollte man zum Start alles gleichsetzten. Beide nutzten eine Wohnung z.B. eben zu 50% jeweils, warum also nicht genau so dafür zahlen.

Verhältnis des Einkommens

Eine andere Art, welche ich mal als sozial bezeichnen würde, ist die Aufteilung der Kosten nach Einkommen. Man verteilt die Fixkosten am Verhältnis der Einkommen zueinander. Verdient der eine 2000 € und der Partner 1000 € würde der Partner nur 33% bezahlen, weil er ja deutlich weniger zur Verfügung hat. Bei 1000 € Fixkosten bezahlt so Partner A 66% => 666 € und Partner B 333 €. Partner A hat so immer noch das doppelte Einkommen übrig von Partner B. Dennoch liegen die Vorteile bei Partner B.

Mal ehrlich. Finde das persönlich für eine normale Partnerschaft die beste Lösung. Wer mehr verdient kann auch mehr bezahlen. Eine Beziehung an diesem Thema scheitern lassen wäre schon eine Katastrophe. Partner A hat ja weiterhin einiges an Geld übrig, ob er daran im Gegensatz zum Single sein spart ist vom Partner abhängig. Bei einer Beziehung sollten jedoch andere Themen im Fokus stehen.

Der Vorteil an dieser Art ist, wenn der Partner mal verdreht geht es halt in eine andere Richtung. Je nach Situation zieht jede Seite mal ihre Vorteile daraus. Daher hoffe ich persönlich auch das diese Art weiter verbreitet ist, als mir das Internet gezeigt hat.

Unterstützung

Eine Art, welche ich selbst aus der Familie kenne, ist die Möglichkeit des Supports. Meist ist dies, wenn ein Partner gar nicht richtig arbeitet z.B. während des Studiums oder einer Auszeit durch Kinder. In vielen Fällen trägt dort ein Partner die gesamten Fixkosten. Mit sparen ist dort nicht mehr viel. Bei einem Student als Partner kenne ich es meist so, dass der Student versucht wird so viel wie möglich beisteuern. Aber dies ist natürlich nicht immer möglich. Mal kommen so 400 € vom Partner und mal gar nichts.

Aber diese Zeit ist meist absehbar und kein Dauerzustand. Ein Partner macht sich so sehr abhängig vom anderen Partner. Dies ist dann eine Entscheidung, ob man dies gewillt ist. In einer Familie kann dies gut der Fall sein, wenn ein Partner genug Geld verdient. Dann kann sich ein Partner voll und ganz den Kindern widmen. Für eine normale Beziehung, ohne Kinder, würde ich diese Art auf ewig wohl nicht mitmachen wollen. Dort kommt dann wohl der Kapitalist etwas durch. Irgendeine Gegenleistung sollte dem schon entgegen enstehen.

Alles Eins

Ein Prinzip, welches ich persönlich nur von verheirateten kenne, ist der Wir Gedanke. Eine Trennung gibt es nicht mehr im finanziellen Sinne. Alle Kosten werden von einem Konto getätigt. Alles ist offen und jeder sieht alles. Dieses Prinzip kenne ich jedoch mehr von meinem Opa und so ein wirklicher Wir Gedanke war dies meist nicht. Sondern einer behält die Oberhand übers Konto. Bei meinem Opa er selbst und meine Oma hatte meist Geld für die Besorgung zugeteilt bekommen.

Von daher habe ich wohl mit diesem System etwas Problem. Den eine Seite übernimmt doch meist die Überhand. Ist dies nicht so ein perfektes System für eine Partnerschaft auf Ewigkeit.

Ausnahmen

Jedes System kenne ich aus der näheren Bekanntschaft. Oft aber noch mit ein paar Erweiterungen. So werden z.B. die Kosten nach dem Verhältnis geteilt. Aber jeder z.B. die Kosten für ein Auto selbst oder dem Handyvertrag. Der persönliche Luxus, welcher sich halt so gönnt. Jeder entscheidet in diesem Fall selbst, ob er die braucht.

Keine schlechte Sache, weil so jeder noch seinen eigenen Teil hat und selbst entscheidet, ob dies nun nötig ist.

Was noch einige Male aufgetaucht ist, wie man mit „Dienstleistungen“ umgeht. Kümmert sich z.B. einer komplett um die Ordnung in der Wohnung wird dieses gegen gerechnet. In welcher Weise habe ich noch nicht verstanden. Aber gut finde ich, wenn solche Dinge nicht aus dem Auge gelassen werden. Zumindest wenn dies sehr einseitig. Besser finde ich selbst die Lösung, wenn beide diese Aufgaben übernehmen. Aber das geht wieder in die Paarpsychologie.

Die Sache mit den Konten

Für all die Arten habe sich dann noch die verschiedensten Kontenmodelle entwickelt. Am häufigsten wird entweder ein Gemeinschaftskonto eingerichtet oder einer zahlt und der andere überweist die Beträge. Ein Gemeinschaftskonto ist natürlich eine striktere Trennung, aber dabei wieder mehr Aufwand.

Besonders schwierig ist, welche Kosten werden vom Gemeinschaftskonto alle gezahlt. Gilt das Essen gehen als Einladung oder gemeinsame Aktion. Eine wirklich klare Linie gibt’s dabei wohl nicht.

Viele Möglichkeiten der Kostenverteilung in der Partnerschaft

Persönlich finde ich die Verteilung nach dem Einkommensverhältnis am besten. Den die restlichen Prinzipien ergeben sich dadurch für mich ganz von selbst. Ist einer im Studium ist das Verhältnis halt sehr extrem für einen und bei einem ähnlichen Einkommen bezahlen beide die selbe Summe. Dies finde ich deutlich gerechter als das in vielen Singleforen propagierte 50/50 Verhältnis dauerhaft ohne das Einkommen mit einzubeziehen. Eine Last sollte man stets so verteilen das sie auch getragen werden kann. Den Geldprobleme schlagen schnell in Beziehungsprobleme um.

Das Thema Sparen durch die Aufteilung von Kosten hingegen kann leicht umschlagen. Grade im Falle der Unterstützung zahlt man schnell mehr zahlen als alleine. Aber für diesen Schritt entschließt man sich selbst und sollte diese Verantwortung dann auch tragen. Meist ist diese Unterstützung ja nur eine Phase und ändert sich wieder. Je nach Kostenverteilung kann daher mal mehr und mal weniger sparen und manchmal legt man sogar etwas oben drauf. Der Liebe wegen.

Aber natürlich ist alles eine Entscheidung, welche man als Paar trifft. Dabei wird jeder eine andere Entscheidung treffen. Selbst bei sehr ähnlichen Lebenslagen und dies ist gut so.

Welche Kostenverteilung sagt euch dann am meisten zu? Eine strenge Verteilung oder ein Verhältnis je nach Lebenslage? Und wie denkt ihr über Käufe, welche mehr als Luxus gelten für nur eine Seite, sollte man diese Teile oder trägt diese jeder selbst? Schreibt es doch mal in die Kommentare.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

11 Gedanken zu „Kostenverteilung in der Partnerschaft?

  1. Hallo mafis,
    Schade, dass ich immer häufiger höre bzw. lese, dass ein gemeinsames Konto nicht gewünscht oder befürwortet wird.
    Ich verstehe keine längeren Partnerschaften und Ehen, wo getrennte Kontoführung betrieben wird. Bei uns ist die Einkommensverteilung sehr unterschiedlich, die Kostenverteilung etwa gleich.

    1. Hallo Felix,
      erklär doch mal Deine Haltung. Warum findest Du das schade? Weshalb findest Du es unverständlich, wenn jeder Partner ein eigenes Konto hat? Warum zahlen bei Euch beide das gleiche obwohl sie unterschiedliche Einkommen haben? Wie kann das überhaupt eine Rolle bei Euch spielen, wenn Ihr ja vermutlich nur ein gemeinsames Konto habt?
      LG
      Dummerchen

  2. „Dies finde ich deutlich gerechter als das in vielen Singleforen propagierte 50/50 Verhältnis dauerhaft ohne das Einkommen mit einzubeziehen.“
    Wie bereits vorhin im anderen Thema angesprochen, bin ich, zumindest wenn beide noch Vollzeit arbeiten und kinderlos sind, anderer Meinung. Wenn man mehr haben will, muss man halt sein Einkommen steigern. Steht dem weniger verdienenden Partner doch vollkommen frei.

    Ich kenne übrigens noch die Variante, dass die Gehälter auf das Gemeinschaftskonto überwiesen werden, dort alles gemeinschaftliche bezahlt wird und jeder Partner monatlich ein „Taschengeld“ auf sein eigenes Konto überwiesen bekommt für Luxus.

    Grundsätzlich zahle ich meine persönliche Luxusgegenstände aber selbst. Wenn ich ne neue Grafikkarte zum Zocken brauche, geht das zu meinen Lasten, meine Freundin nutzt das Dingen ja nicht.

    1. Ja, der Begriff der „Gerechtigkeit“ wird immer sehr unterschiedlich gedeutet. Zumeist ist es eine Frage der Position. Der vermeintlich Stärkere (jetzt ganz unabhängig von diesem Thema) findet, dass alle gleich behandelt werden sollten und der vermeintlich Schwächere wünscht sich ebenfalls das alle gleich behandelt werden sollten. Während der erste dann gleiche absolute Beträge bevorzugt, hätte der Zweitgenannte gerne gleiche prozentuale Abgaben.
      „Wenn man mehr haben will, muss man halt sein Einkommen steigern. Steht dem weniger verdienenden Partner doch vollkommen frei.“
      Nun ja, mitunter mag das gehen. In manchen Branchen/Berufen lässt sich das Gehalt aber nicht beliebig steigern. Ehrlich gesagt empfand ich das, was ich als Ingenieur gemacht habe, immer als ziemlich unanstrengend, wenn ich das mit der Arbeit in der Alten- oder Krankenpflege vergleiche. Gestresst war ich nie wirklich und habe doch das Doppelt bis Dreifache verdient, was heute Pflegepersonal erhält. Dass der Pflegeberuf somit der „leichtere“ Beruf ist, wage ich zu bezweifeln.
      Aber das schöne an dem Thema ist ja: Jede Beziehung muss dieses Thema untereinander aushandeln. Wenn beide die getroffene Lösung als gerecht empfinden, ist das doch super.

      1. Ich bin da ja mit Dummerchen auf einer Spur. Der Gedanke mit den Krankenpflegern und Ingenieur kam mir ebenso in den Sinn. Ich muss zugeben ich habe eine Menge Glück gehabt und freue mich über mein Einkommen. Aber dennoch sehe ich andere, welche deutlich mehr leisten und deutlich weniger bekommen. Gerecht ist dies aus meiner Sicht nicht.

        Was bezeichnet man dann als einfache Berufe? Schwieriges Thema finde ich.

        Dennoch habe ich einen Gedanken, wo ich mit der Idee konform wäre. Wenn sich ein Partner bewusst entscheidet weniger zu verdienen z.B. freiwillig statt 40 nur 20 Stunden arbeitet. Dann würde ich es wohl auch gerechter finden, wenn der mit weniger Stunden doch etwas mehr zahlt und nicht nach Einkommen. Ein schönes Leben auf den Kosten anderer machen finde ich nämlich gar nicht in Ordnung. Aber mit so jemanden könnte ich wohl eh nie eine dauerhafte Beziehung eingehen, wenn Sie sich nur auf die faule Haut legen will. Das Thema wäre also nie so prägnant auf Dauer.

  3. Hallöchen,

    bei uns ist die Sache ziemlich einfach. Ich verdiene die Kohle und Frau Finanzglück nimmt eine Auszeit vom Job bis die beiden Lütschen aus dem Gröbsten raus sind. Sobald die Kita es erlaubt wird sie wieder Teilzeit gehen, aber das ist dann auch nicht gerade karrierefördernd. Von daher empfinde ich es als gerecht, wenn wir die „Alles Eins“ Kategorie wählen.

    Vor Heirat und Gören war wir übrigens in der „50/50“ Kategorie – trotz Gehaltunterschiedes. Auch das empfand ich als gerecht.

    Letztendlich muss jedes Pärchen einen Weg finden, mit dem beide Happy sind. Wenn das nicht klappt, dann steht die Beziehung eh auf wackeligen Beinen.

    VG, Nico

    1. Hey Nico,
      in der Situation wohl mehr als verständlich. Ich glaube, wenn man einen Partner genug vertraut und ihn kennt ist dies auch kein Problem. Mit der Ehe ist das ja meist gegeben. Meist such man sich ja auch einen Partner, welcher finanziell zumindest ähnlich drauf ist. Also keine unnötigen Käufe und so etwas. Natürlich mit Ausnahmen.

      Klappt dies bei den Finanzen schon nicht hat man wahrscheinlich noch ganz andere Probleme, wie du schreibst. So lange beide damit glücklich sind ist alles gut.

      Gruß,
      mafis

  4. Ich gehöre zur Kategorie: Man zahlt maximal so viel, wie man auch alleine ausgegeben hätte. Falls durch den gemeinsamen Haushalt Vorteile entstehen, dann wird dieser „Profit“ gleichmäßig aufgeteilt. Im Falle von Lebensmitteln finde ich es z.B. nur gerecht, dass man 50:50 macht. Schließlich hätte man auch als Single sein Essen selbst zahlen müssen. Beim Übernachtungskosten bietet es sich an, dass man als Mehrverdiener das zahlt, was man auch alleine ausgegeben hätte und der weniger verdienende Partner zahlt die Differenz. Mein Freund und ich haben sowohl ein Einzel- als auch Gemeinschaftskonto. Dadurch kann man immer eine feste Summe festlegen, die auf das Gemeinschaftskonto gezahlt wird und es gibt nicht bei jedem Kauf eine blöde Diskussion, wer wie viel zahlt. Wegen ein paar Euro finde ich das eh unnötig Weiterer Tipp, um Streitereien zu vermeiden: Ein schlechtes Gedächtnis haben. Ich weiß gar nicht, wann wer was mal aus eigener Tasche gezahlt hat. Mal gebe ich das Essen aus, mal er, mal schmeißen wir Geld irgendwie zusammen.

    1. Das klingt ja schon fast nach einem super sozialen Weg. Im Sinne von niemanden sollte ein Nachteil enstehen. Auch ne interessante weise. Geht ja in die Richtung jemanden zu unterstützen.

      Obwohl ich grade dein letzten Punkt bei den System am wichtigsten finde. Nicht alles immer im Kopf haben. Dann lebt es sich entspannter. Grade bei so regelmäßigen Treffen mit Freunden wo rechne ich auch nicht alles nach. Mal mache ich Essen und mal die anderen. Irgendwie passt das immer.

      Ab und zu kann man so mal die Übersicht verlieren oder?

      1. Man muss nicht immer über alles die Übersicht haben. 🙂 Vor allem soziale Kontakte und deren Bereicherung fürs Leben sollte man von einer finanziellen Betrachtung entfernt halten.

  5. Das hört sich doch alles super an. Was aber wenn man zusammen ein Haus ausgebaut hat, Frau den Kredit dafür aufgenommen hat und Mann einen grossen Anteil an Eigenleistungen erbracht hat und deshalb es von Frau als selbstverständlich ansieht dass sie ALLE anfallenden Kosten alleine zahlt obwohl er genug Geld hat??

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