Kaufen, teilen oder leihen?

Kaufen, leihen oder teilen?

Jedem schwirren so ein paar Konsumgüter im Kopf. Nichts was man wirklich braucht täglich, aber man hätte es gerne. Meist sind diese Güter dann recht teuer, wie der teure Sportwagen. Das Motorrad, die Kamera. Oder Güter, welche man nicht auf Dauer haben will z.B. ein großer Garten, welche im Alter eher lästig als praktisch sind. Sollte man so Güter sich anschaffen oder gibt’s vielleicht alternative Lösungen?

Drei Möglichkeiten

insgesamt habe ich drei Möglichkeiten, wenn ich etwas nutzten will.

Nummer Eins. Kaufen. Ich kaufe das Produkt und bin glücklich damit. Nehme dann aber in Kauf das dies auch mal eine längere Zeit im Schrank/Garage verbringt. Aus finanzieller Sicht nicht immer eine gute Lösung.

Nummer Zwei. Leihen. Fast jedes Konsumgut kann man mittlerweile leihen. Selbst ein Learjet kann man leihen. Dies wird sogar gerne getan. Sonst würden einige Learjet Nutzer kann schnell wieder ein paar Stellen ihres Vermögens verlieren. Aber zurück zu den normalen Menschen. Autos, Anhänger, Computer. Alles lässt sich mittlerweile leihen und leasen. Dies kann günstiger sein muss es aber nicht.

Nummer Drei. Tauschen oder zusammen kaufen. Ein Modell, welches ich öfters aus der Fotografie kenne. Man kauft z.B. ein Objektiv gemeinsam und jeder nutzt dieses Objektiv dann. Dies klappt natürlich nur dann, wenn nicht ständig jemand alle Objektive braucht. Aber dann wird jemand damit arbeiten und dann sind diese Sache ganz anders aus.

Was aber wann?

Die große Frage ist natürlich nun, wann lohnt sich welche Möglichkeit aus finanzieller Sicht. Dies lässt sich relativ einfach mit einer Formel darstellen mit den Variablen Nutzungsdauer, Kaufpreis, Leihpreis (pro Tag). Den ist Leihpreis (pro Tag) x Nutzung größer als der Kaufpreis lohnt sich der Kauf. Falls man teilt, setzt man den Kaufpreis natürlich nur auf seinen Anteil. Aber machen wir das ganze mal mit ein paar praktischen Beispielen.

Das Motorrad. Eine gute gebrauchte BMW kostet locker 4000 €. 400 € im Jahr Unterhalten kann man gut rechnen. Hält das Motorrad nun 10 Jahre währen die Kosten im Jahr bei 800 € (4000 / 10 + 400). Fahren würde ich vielleicht einmal pro Monat im Sommer. Wahrscheinlich sogar seltener. So ein Motorrad leihen kostet pro Tag 80€. Die übliche Fahrzeit ist von April bis Oktober. 7 Monate. 7 x 80 € sind 560€ und somit günstiger als die 800 €. Der Kauf lohnt sich also nicht. Vor allem unter dem Aspekt beim leihen immer ein Top Gerät zu bekommen.

Der Quadrakopter. Dort selbst Spiel, wie beim Motorrad. Kaufpreis 800 €. Wartung ist geringer, aber nehmen wir mal 50€ im Jahr. Nutzungsdauer nehmen wir mal die Garantiezeit und somit 2 Jahre. Leihen kostet schnell für ein vergleichbares Gerät um die 100 € pro Tag. Genutzt wird das Gerät ca. 30x im Jahr. Mit der vorherigen Formel kann man sich dies nun gut ausrechnen. Der Kauf kostet pro Jahr 450 € (800 / 2 + 50). Das Leihen für die 30 Tage im Jahr wären 3000€. Die Entscheidung ist klar. Kaufen. Für die Kosten könnte man locker mehrere Quadrokopter kaufen.

Das Objektiv. Nehmen wir mal an wir kaufen mit einen guten Freund ein Objektiv zusammen. Nikon 85 mm 1.4. Kaufpreis gut 1500 € bei Amazon. Da wir es zu zwei Kaufen bezahlt jeder die Hälfte. 750€. Leihen muss man so ein Objektiv mindestens 3 Tage am Stück und dies kostet dann 58€. Halten wird so ein Objektiv locker 6 Jahre. Mit der Formel beim Kaufen hätten wir also so Kosten pro Jahr von 125 €. Hat man drei Events pro Jahr würde man beim Leihen 174 € zahlen. Somit kommt man mit dem Kauf wieder günstiger weg. Wäre man alleine hingegen hätte sich das Leihen wiederum gelohnt.

Die Häufigkeit und der Mietpreis

Aus den Beispielen sieht man schnell. Desto weniger man ein gut nutzt, desto mehr lohnt sich das Leihen. Aber nur, wenn der Mietpreis entsprechend niedrig ist. Beim Quadrokopter z.B. würde man selbst bei sehr seltener Nutzung von 4 Tagen beim Kauf schon weniger zahlen als fürs Leihen.

Am meisten lohnt es sich jedoch etwas zu teilen mit einer bestimmten Gruppe. Desto mehr Leute, desto besser ist der Deal. Hier ist nur immer das Problem eine entsprechende Gruppe aufzubauen. Am meisten klappt dieses Prinzip bei Hobbys, wo man dann ähnliches Equipment benötigt. Aber selbst dort kann dies nach hinten losgehen, wenn ein anderer z.B. eine andere Kameramarke hat.

Natürlich kann man dies noch weiter spinnen, wenn man gebrauchte Gegenstände kauft und vielleicht wieder direkt verkauft. Oder kauft etwas und verleiht den Gegenstand selbst. Ab und zu vielleicht den Spieß mal umdrehen?

Jetzt die Frage an euch. Habt ihr schon mal solche Berechnungen durchgeführt, ob ein Konsumgut günstiger ist, wenn ihr es leiht oder kauft? Besonderes interessant fände ich dabei, welches Gut es war? Egal ob pro Leihen oder Kaufen.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

5 Gedanken zu „Kaufen, leihen oder teilen?

  1. Ich habe vor ein paar Monaten einen Artikel darüber geschrieben, wie ich entscheide, was ich für ein Produkt ausgebe: (https://exstudentin.wordpress.com/2015/11/18/konsumausgaben-was-ist-mir-ein-produkt-wert/)

    Ich leihe nur sehr wenig aus, wenn ich bewusst darüber nachdenke. Beim Auto könnte ich mir Leasing gut vorstellen, weil ich mich nicht mit Reperaturen rumärgern möchte. Ich nutze gerne mal gebrauchte Dinge statt diese neu zu kaufen (altes Geschirr, altes Waffeleisen). Ich habe mir mal 2 CDs von Freundinnen geliehen und fürs Reisen einen großen Koffer von meiner Mutter, der dann aber dauerhaft in meinen Besitz überging. Es gibt selten Dinge, die ich nur einmalig benötige. Ich bin eine Wiederholungstäterin. Gleichzeitig verleihe und verschenke ich auch mal Dinge, die ich nicht mehr brauche. Dabei geht es mir nicht allein ums Geld. Ich mag es nicht, wenn funktionstüchtige Dinge ungenutzt ihren Wert verlieren oder gar weggeschmissen werden.

    Teilen tut man automatisch in der Familie und Partnerschaft. 😀 Teilen mit Fremden mit Carsharing und Co. ist bisher nichts für mich. Ein Grund, wieso ich nicht gerne fremde Dinge nutze: Ich muss im Schadensfall dafür aufkommen. Lieber mache ich in mein Fahrrad einen Kratzer als in ein geliehenes.

    1. Verstehe. Bei dir wird nicht geliehen sondern annektiert. Aber macht ja auch Sinn, wenn du den Gegenstand beginnst häufiger zu nutzten. Glaube Koffer sind so auch zu mir übergegangen 😀 Glaube so eine Säuberungsaktion wäre bei mir mal wieder angebracht. Der Desktop Computer steht jetzt schon seit einem Jahr rum, wo du es grade anspricht mit ungenutzt rumstehen.

      Und ich glaube dieser Gedanke des Kaputt maschen hält die meisten vom Teilen ab. Obwohl man ja meist dagegen versichert ist entweder durch die Haftpflicht im privaten Bereich oder halt über die Plattformen. Glaube das ist aktuell mehr so ein psychisches Ding oder?

      1. Annektieren trifft es gut. 😀 An sich zahlt bei einem Totalschaden die Versicherung, aber nicht jede Wertminderung ist ein Fall für die Versicherung. Eselsohren im Buch, Fleck in der ausgeliehenen Bluse, Kratzer im Auto oder Laptop, die Kopfhörer klappen plötzlich nicht mehr.. Man sollte eigentlich nie etwas ausleihen, an dem man emotional ein wenig hängt. Verbrauchsgegenstände können immer ein wenig Schaden nehmen. Dennoch verleihe ich selbst Sachen, obwohl ich mich eigentlich ziemlich ärgern würde, wenn diese dann kaputt geht. Ich kann da schlecht nein sagen. Einen Wertverlust von ein paar Euro sich auszahlen zu lassen, finde ich auch unsinnig. Entweder haben Leute eine Versicherung mit Selbstbeteiligung oder werden durch den Vorfall unnötig hochgestuft.

  2. Hallo mafis,

    interessanter Artikel. Insgesamt schließe ich mich meiner Vorrednerin an. Ich leihe nicht wirklich gerne von Fremden. In der Familie ist das Leihen und Verleihen hingegen eine ganz normale Sache. Autos und Werkzeug habe ich schon gemietet. Aber im Urlaub einen Mietwagen zu nehmen, ist für mich, je nach Art des Urlaubs, normal. Bei Werkzeug liegt es einfach daran, dass die Maschinen teilweise so speziell sind, dass ich sie nur einmalig benötige.

    Das mit den Objektiven finde ich interessant. Werde ich auch mal recherchieren, da die Dinger beim Kauf ziemlich ins Geld gehen.

    VG

    alelab

    1. Hey alelab,
      in der Familie scheint das Thema wirklich zur Normalität zu hören. Wäre wohl mal ein Ding dafür eine Plattform zu schaffen. Den um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, was so alles doppelt gekauft wurde aus Unwissenheit.

      Das mit den Objektiven liebe ich. Grade bei so speziellen Dinger, wie 400mm 2.8. Das Ding braucht man ein Wochenende, alle zwei Jahre mal, wenn überhaupt. Dort lohnt sich das leihen sehr.

      Gruß,
      mafis

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