Fixkosten aufteilen in der Beziehung oder Gruppe

Fixkosten sind auch Schulden war ein Beitrag der Ex-Studentin. Muss man Fixkosten immer selbst zahlen oder kann man diese nicht mit dem Partner/anderen Teilen um etwas Geld zu sparen. Nach ein bisschen Grübeln kam mir der Gedanke, welche Fixkosten kann man aufteilen? Und spart man wirklich 50%, wenn man sich ein Posten teilt oder eher weniger?

Die Kaltmiete

Zusammenziehen mit dem Partner oder in eine WG ziehen ist wohl das typischste Beispiel um Fixkosten zu verringern. Das Potential sind je nach Anzahl der Personen enorm. Bei zwei Personen sind 50% möglich, bei 3 Personen über 66%. Statt 500 € Kaltmiete kann man so schnell auf 250 € im Monat kommen. Mehr Potential bieten die wenigsten Fixkosten an Ersparnis.

Das Thema hat jedoch ein Harken. Für eine WG braucht man Platz und mit dem Partner sucht man sich meist auch eine größere Wohnung, wie man sie als Single nutzt. So werden aus 50 Quadratmetern schnell 80 Quadratmeter. Die Kosten natürlich mehr. Selbst wenn man dann nur noch 50 % zahlt, zahlt man sich zwangsweise 50% weniger als in der Wohnung vorher alleine. Grob schätzen wohl eher 30-40%. Ein anderes Problem ist, wie gleichberechtigt man dieses ganze Thema macht. Zahlen beide wirklich die Hälfte oder kriegt der Partner als Student einen Rabatt. Dann spart man wahrscheinlich immer noch, aber nicht so gewaltig wie die 50 %, welche einem vorher angeleuchtet haben.

Nebenkosten

Bei den Nebenkosten kann man meist ähnlich, wie bei der Kaltmiete handeln. 50% für beide Parteien. Für Dinge, wie die Heizung, Hausmeisterkosten macht es kein Unterschied, ob man alleine oder zu zweit in einer Wohnung lebt. Jedoch bei Themen, wie Wasser und Strom wird man zwar ein Sparpotential haben, aber dennoch nur anteilig. Eine weitere Person muss halt mal Duschen oder nutzt ein zusätzliches Ladegerät oder dem TV. Das Potential liegt daher bei den Nebenkosten wohl auch im Bereich um die 20-30 %. Schließlich will nicht jeder mit dem Partner ständig Duschen um Wasser zu sparen.

Essen und Haushaltsmittel

Essen gehört jetzt nicht direkt zu den Fixkosten. Aber trotzdem will ich auf diese kurz eingehen. Den auch hier wird vieles durch die Masse billiger. Essen ist meist günstiger, wenn man mehr kauft. Als Single kann man hingegen oft bestimmte Dinge einfach nur schwer verbrauchen. Außer mit einem sehr strickten Essensplan. Dennoch isst natürlich eine weitere Person voll mit und die Kosten erhöhen sich. Jedoch der Verbrauch beim Strom oder Gas teilt sich wieder auf zwei Personen. Das Potential liegt dabei wohl ähnlich, wie bei den Nebenkosten bei 20-30%.

Mobilität

Natürlich beim Thema Mobilität kommt schnell das Auto ins Spiel. Die Kosten zu teilen ist dabei nicht immer leicht, wenn man es gut verteilt hat man natürlich wieder die 50% Ersparnis. Aber dann müsste beide Seiten das Auto sehr ähnlich nutzten. Jedoch fährt der eine mit dem Auto jeden Tag zur Arbeit und der andere fährt vielleicht mal am Wochenende damit. Gerecht wäre diese Wahl also nicht wirklich. Das ist wohl dann eher eine Beziehungsfrage, ob man solche Kosten sich teilt und wie viel. Ich würde wohl die Kosten selbst nicht aufteilen.

Dennoch gibt’s anderes Sparpotential, wenn man das Auto nicht nutzt. Bei Bahn, Flug und Bus kriegt man in der Gruppe meist schon Rabatte und eine Gruppe fängt dann schon bei zwei Personen an. Aus dem Kopf heraus kenne ich Angebote, wo die zweite Person nur die Hälfte zahlt. Aber dieses Thema ist von Lösung zu Lösung sehr schwankend. Dennoch besteht es.

Telefon, Internet & Versicherungen

Der Handytarif ist für mich eine eigene Sache. Dort muss jeder für sich selbst entscheiden, obwohl man dort meist als Gruppe Rabatte kommt. Jedoch meist bei teuren Tarifen, ob sich das lohnt muss man selbst entscheiden. Kostet der Vertrag dann 19,99€ mit Rabatt, aber mir würde ein 5€ Vertrag reichen, dann wäre es Unsinn.

Hingegen beim häuslichen Internet, Telefon und den typischen Versicherungen bietet sich eine 50% Teilung meist sehr gut an. Den die Kosten erhöhen sich durch eine weitere Person meist nicht oder nur geringfügig. Die Beträge sind dabei nicht weltbewegend, aber hier geht’s schließlich um die Fixkosten. Ebenso kann man die nervige GEZ zwischen allen Beteiligten aufteilen. Den diese gilt ja nicht mehr nach Personen, sondern nach Haushalt.

Fixkosten aufteilen hat viel Potential

Bei den Fixkosten kann es sich also richtig lohnen zu teilen. Egal ob in einer WG oder durch den Einzug des Partners. Aber man sollte dennoch nicht so blauäugig sein und mit 50% und mehr Ersparnis rechnen. Eher im 33 % Prozent, wenn man zu zweit ist. Aber die Höhe ist dabei gar nicht so ausschlaggebend. Den Fixkosten zu senken ist die beste Möglichkeit um Sparen zu können. Nichts hat sonst so eine lange Wirkung, wie die Fixkosten zu senken.

Dabei sollte man jedoch auch bedenken, welche Risiko durch das Teilen entstehen können. Fällt der/die Mitbewohner/innen aus dann hat man die Verträge trotzdem noch zu zahlen. Den Vermieter interessiert die Lebensgeschichte nicht. In dem Moment zahlt man vielleicht sogar mehr als vorher, weil man z.B. in einer größeren Wohnung wohnt. Bei der Wohnungssuche sollte man diese Gedanken vielleicht auch im Hinterkopf behalten. Man sollte diese Kosten auch mit nur einem Gehalt stemmen können, selbst wen man vorher so viel spart.

Seht ihr noch mehr Potential in einem Bereich? Habe ich vielleicht sogar Quatsch geschrieben? Oder gibt’s vielleicht Kosten, welche ich gar nicht bedacht habe, aber man super teilen kann?

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

10 Gedanken zu „Fixkosten aufteilen in der Beziehung oder Gruppe

  1. Hallo Mafis,

    nein, Quatsch hast Du keinen geschrieben. Die von Dir genannten Zahlen hätte ich ähnlich eingruppiert. Zwei 50qm-Singles werden zusammen eher 70-80qm beziehen. Und das ist in meinen Augen auch gut so, denn einen Rückzugsbereich sollte man sich meiner Meinung nach schon schaffen. Wenn da nur das Badezimmer bleibt, wird’s mitunter auf Dauer doof.
    Dass es dann ein Risiko gibt, wenn man sich wieder trennen sollte, ist natürlich klar. Ich würde das aber bei der Suche nach einer gemeinsamen Wohnung nicht überbewerten. Wenn es auseinander gehen sollte, hat man zwar das Problem umziehen zu müssen, um wieder günstiger zu wohnen, aber im hoffentlich eintretenden „Normalfall“ lebt man ja einige Jahre in dieser Wohnung. Da ist das „Gewinn“-Potential größer als das Risiko für 3 Monate mehr zahlen zu müssen.

    Einen Punkt reißt Du nur ganz am Rande an, den ich ganz spannend finde, und der gerne mal in einem Blogbeitrag diskutiert werden könnte (Zaunpfahl) – wie geht man eigentlich mit den Kosten in einer Lebensgemeinschaft konkret um? Zahlen beide das gleiche, getreu dem Motto: „Gleiche Leistung – gleiches Geld“? Oder wird ein „Sozialausgleich“ vorgenommen? Ich finde das Thema ganz spannend – ich finde, hier wird oftmals viel vom Menschen sichtbar.
    Als ich mit meiner Ex-Freundin (und heutigen Frau ;-)!) in die erste gemeinsame Wohnung gezogen bin, habe ich meinen ersten Job gehabt und sie hat noch studiert und ein paar kleinere Nebenjobs gehabt. Wir haben uns dann die Kosten nach dem „Leistungsvermögen“ geteilt. Wenn das Einkommen 80:20 verteilt war, wurden die (gemeinsamen) Kosten in eben diesem Verhältnis verteilt. (Durch dieses Vorgehen spart man als Mehr- oder gar Alleinverdiener mitunter deutlich weniger als die oben genannten 20-30%.)
    Wieder andere haben ein gemeinsames Konto, auf das alle Gelder fließen und alles bezahlt wird – da gibt es kein „mein Geld“ oder „dein Geld“ mehr.
    Und dann gibt es noch das 3-Konten-Modell (ähnlich zu meinem Fall), bei dem ein Gemeinschaftskonto von den Konten der beiden Partnern gefüllt wird und davon die gemeinsamen Ausgaben bezahlt werden. Spannend finde ich dann immer, wie man die Dinge des täglichen Lebens handhabt – schließlich hat jeder ja auch noch ein eigenes Konto. Läuft man dann mit zwei Portmonnaies durch die Gegend?

    Sorry für den Off-Topic-Block – fiel mir nur gerade zum „Kosten teilen“ ein.

    Lieben Gruß
    Dummerchen

    1. Hey Dummerchen,
      stimmt wohl das Risiko lässt sich wohl ganz gut durch die höhere Sparmöglichkeiten ausgleichen. Wer das dann nicht tut ist wohl selber Schuld. Den Notgroschen sollte man dahin vielleicht auch je nach Beziehungsstatus nicht zusammen berechnen.

      Der Off-Topic-Block ist doch super. Ich versuche mal zu dem Thema ein paar Informationen zu sammeln. Wie so die Verteilung von Kosten in Beziehungen sind. Ich kenne dort auch jede Art, von klarer 50/50 Regelung egal welches Einkommensverhältnis bis zum kompletten Tragen des Partners. Entweder aus dem Familienkreis oder Freundeskreis. Dieses perfekte Zusammenspiel, welches ich hier so beschrieben habe klappt wohl so am besten, wenn beide ähnlich verdienen. Aber das würde ja auch so enden, wenn man es wie bei dir mit dem Einkommensverhältnis macht.

      Finde den Ansatz eigentlich grade auch am besten. Ich persönlich würde grade in einer Beziehung wohl ähnlich handeln. In einer WG hingegen würde ich wohl klare Linien schaffen. Dort ist es für mich ein anderes Thema. Vielleicht etwas Rabatt, wenn man das mit guten Freunden macht und wirklich deutlich mehr hat.

      Ich werde das mit dem Zaunpfahl mal aufnehmen 😉

      Gruß,
      mafis

    2. In meinem Freundeskreis ist es oft so, dass einer von beiden meist noch studiert oder eine Ausbildung macht. Dabei bietet es sich an, die Mietkosten für den weniger verdienenden zu reduzieren (bei uns max. 300€) und die Lebensmittelkosten zu teilen. Alternativ kenne ich auch, dass einer die Wohnung und einer die Lebensmittel zahlt. Erstere Methode gefällt mir aber am besten, weil dadurch keiner Nachteile hat. Durch das Gemeinschaftskonto gibt es bei meinem Freund kein „Wer zahlt?“, weil jeder zu Beginn die festgelegte Summe drauf zahlt und gut ist. Bei Anschaffungen heißt es: Wer es aus eigenem Portemonnaie zahlt, dem gehört’s. Ist es vom Gemeinschaftskonto gezahlt worden, gehört es uns beiden.

      1. Glaube das Thema Nachteil ist wirklich der interessanteste Aspekt. Mit Mehreinnahmen ist man ja in dem Aspekt immer im Nachteil. Egal ob es jetzt das Gehalt mit den Abzügen ist oder halt die Kostenverteilung in der Partnerschaft. Aber dennoch bleibt ja unterm Strich immer mehr über als der andere hat. Von daher geht’s wohl am meisten um Gerechtigkeit und dort bin ich dann voll bei dir.

        Die Frage die ich mir beim Gemeinschaftskonto stelle. Wird dann dort nur etwas gekauft, welches auch beide nutzten?

        1. Spätestens beim Gemeinschaftskonto wird’s auch für mich spannend. Ich frage mich dann immer, ob man gemeinsame Anschaffungen (und die fangen für mich beim Essen und den Drogerieartikeln an und hören beim Autokauf auf) alle über das Gemeinschaftskonto laufen lässt, während persönliche Dinge (die neue CD von XYZ, die PC-Zeitschrift oder das Weihnachtsgeschenk für den Partner) über das eigenen Konto laufen? Das wäre mir zu umständlich, denn entweder ich müsste alles per Karte zahlen oder aber eben zwei Portemonnaies mit mir herumschleppen.

          Wie haben kein Gemeinschaftskonto sondern jeder nur sein eigenes. Die Fixkosten werden von meinem Konto abgebucht und meine Frau überweist mir ihren prozentualen Anteil monatlich auf mein Konto.
          Die variablen Ausgaben für die Gemeinschaft zahlt zunächst jeder von seinem Geld und am Ende des Monats erfassen wir die Ausgaben und rechnen dann aus, was dann noch vom einen zum anderen überwiesen werden muss. (Dabei erfassen wir zeitgleich, wie viele Kosten wir im Monat gehabt haben (exklusive persönlichem Schnickschnack).) Wie bereits erwähnt, machen wir das streng nach dem prozentualen Einkommensverhältnis – wir empfinden das als gerecht. Zumal eine Gehaltssteigerung ja auch dazu führt, dass man zwar einen höheren Anteil an den gemeinsamen Kosten hat, aber natürlich weiterhin auch das „eigene“ Geld anwächst.

          (Natürlich machen wir die beiden Ausgleichszahlungen an den Partner (für Fixkosten und variable Ausgaben) nicht wirklich getrennt, sondern fassen das zu einem Betrag zusammen.)

        2. Wir haben uns ein Gemeinschaftskonto angeschafft. In der Praxis werden von dort aber nur die monatlichen Fixkosten (Miete, Strom, etc.) abgebucht. Urlaubsreisen, Möbel streckt meist einer vor und der Anteil wird vom Partner ausgeglichen. Wäre das Konto nicht kostenlos, würden wir wohl auch zum 2 Kontenmodell zurückwechseln. In der Theorie klang es so verlockend 🙂

          Wir teilen 50/50. Solange wir kinderlos und beide voll erwerbstätig sind, sehe ich auch keinen Grund das zu ändern. Sobald einer wegen der Erziehung von Kindern seine Karriere zurückstellt (Elternzeit) und später nur noch in Teilzeit zurückkehrt, sehe ich es auch als fair an, einen finanziellen Ausgleich herzustellen.
          Wieso es in unserer aktuellen Situation aber gerecht sein soll, dass die Kosten prozentual anhand des Einkommens aufgeteilt werden, kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben den gleichen schulischen Bildungsabschluss und sind in etwa gleich alt. Sie hat sich für den „leichteren“ Job entschieden, der ihr Spaß macht, aber auch geringer vergütet ist. Es hätten ihr auch Berufe offengestanden, mit denen man mehr verdient.

  2. Ich kann einen Tipp in Sachen Handy geben: Ich habe gerade einen XXXL-Vertrag bei Vodafone mit dickem Rabatt abgeschlossen und Schnucki hat eine Red+ Family Karte für 15 Euro pauschal (für eine Allnet Flat) und das üppige Datenvolumen teilen wir uns. Da kann man schon etliche Euro sparen!

    Viele Grüße
    Jens

    1. Hey Jens,
      das mit den Handverträgen ist wirklich so ein Thema, wenn man einen dicken Vertrag braucht/will. Dann ist eine zusätzliche Karte meist recht günstig.

      Gruß,
      mafis

  3. Hi mafis,
    Also gemeinam Duschen hat schon Potential – aber dann ist man schnell zu dritt und dann geht die Rechnung wieder nicht auf 😉
    Spaß beseite…Potential haben aus meiner Sicht eher kleinere Dinge, z.B. gemeinsames Konto (wenn es denn ein kostenpflichtiges Konto bei Sparkasse & Co. sein muss…), teilweise Haftpflicht-Versicherungen und GEZ & Telefon/Internet. Ansonsten lohnen sich teilweise Partner-/Familientarife, z.B. für den Zoo.

    1. Hey Felix,
      ja dann entstehen wieder andere Kosten um die Erweiterung der Familie zu verhindern. Aber ein anderes Thema 😀

      Dieses Kleinkram ist wirklich mit was man gerne vergisst. Schnell hat man zwei Haftpflichtversicherungen, obwohl man sie nicht braucht.

      Aber wie du schreibst, grade im Bereich Freizeit gibt’s meist großes Potential. Zu zwei geht’s meistens günstiger.Kinder oft umsonst.

      Gruß,
      mafis

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