6 Bereiche der Share Economy

Was kann man alles teilen? Auto natürlich. Wohnung klappt auch. Aber noch viel mehr, wovon ich teilweise echt überrascht war. Teilen bedeutet dort jedoch viel öfters leihen. Teilen im Sinne von etwas weggeben ist grade in der Share Economy nur wenig angesiedelt. Sondern eine Win-Win Situation für beide Seiten herzustellen.

Privat oder Firma?

Die Share Economy wird oft in zwei Sektoren geteilt. Privat zu privat und Firma zu privat. In manchen Bereichen finde ich dabei das Thema Firma zu Privat eher fraglich. Aber in anderen Bereichen macht das Modell Firma zu Privat hingegen Sinn.

Bei Privat zu Privat ist der nutzen meist klar. Die Unkosten sollen gedeckt werden. Schließlich kostet das Auto weiterhin, wenn es rumsteht. Den Gewinngedanken sehe ich dort eher schwächer. Aber natürlich nicht komplett von der Hand zu weisen.

Bei Firmen zu Privat ist klar der Gewinn ein Grund. Aber bei vielen habe ich gemerkt, oft ist auch einfach nur so möglich wirtschaftlich im kleinen zu Arbeiten. Grade beim Thema Nahrungsmitteln ist es extrem schwierig für eine kleine Firma bestehen zu bleiben. Durch die Share Economy können sich so Geschäftsmodelle halten, welche auf den normalen Markt weg rationalisiert werden.

Finanzen

Share Economy

Im Bereich der Finanzen sind die Kreditplattformen am stärksten Vertreten. Auxmoney, Bondora und Lendico sind die bekanntesten Plattformen. Bei allen kann man seinen Geld verleihen und bekommt dafür Zinsen. Früher war dies nur Banken einfach möglich. Über die Plattformen kann dies mittlerweile jeder machen. Natürlich immer, wie es eine Bank auch hat, mit dem Risiko Ausfälle zu haben.

Dabei sind für mich die Finanzen der fraglichste Bereich. Den mit teilen hat dieser Bereich für mich nichts wirklich zu tun. Sie sind Investitionsplattform und daher verleiht man ganz klar um Gewinne zu erwirtschaften. Keiner geht zu diesen Plattformen um 0 Prozent Zinsen zu erhalten.

Reise/Wohnen

Share Economy

Beim Reisen ist mit die Share Economy das erste Mal bewusst geworden. Ganz vorne Weg mit AirBnb. Der Plattform um von privaten Zimmer/Wohnungen für einen bestimmten Zeitraum zu mieten oder zu vermieten. In den Momenten, wo man die Wohnung nicht braucht oder um zumindest ein Teil der Miete durch Zimmer wieder zu erwirtschaften.

Auf der Mieterseite war ich dort schon mal tätig und fand es toll. Nicht nur wegen günstigen Preisen und der netten Wohnung. Sondern der Kontakt zu den Besitzern. Meist kann man dort gute Tipps bekommen oder landet halt in Gegenden, wo man sonst nie gelandet wäre. Grade das fasziniert mich am Reisen mit AirBnB. Die Vermieterseite hat mich bis jetzt noch nicht gereizt. Aber das liegt eher an meiner recht kompakten Wohnung. Hätte ich ein Zimmer frei, dann wäre der Gedanke schon anders. Alleine würde ich sonst glaube niemanden in der Wohnung lassen.

Kostet AirBnb noch zu viel, dann ist Couchsurfing die richtige Wahl. Couchsurfing ist dabei mehr ein geben und nehmen. Teilweise nimmt man halt selbst dran Teil mit der Wohnung oder kocht halt mal für den Gastgeber. Der finanzielle Aspekt ist etwas weiter in den Hintergrund gerutscht. Grade als Backpaper interessant. Besser kann man wohl neue Leute nicht kennenlernen.

Nahrungsmittel

Share Economy

Unter den Aspekt der Ressourcenverschwendung fand ich das Thema Nahrungsmittel am besten. Wie viel Essen wird schließlich weg geschmissen oder von der anderen Seite der Welt gebracht? Eindeutig zu viel. Mit dieser Ressource besser umzugehen kann ich daher nur befürworten.

Ganze vorne Weg ist mir Foodsharing ins Auge gefallen. Beim Foodsharing kann man sein Essen weggeben, welches man selbst nicht mehr schafft oder nicht will. Bevor man es in die Mülltonne schmeißt kann man es an bestimmten Stellen hinterlegen. Ein anderer kann es sich dann holen. Dadurch erzielt man zwar kein Gewinn, aber es ist immer noch besser als Essen in den Müll zu werfen.

Aus dem Firma zu Kunden Bereich gibt’s oft die Lieferung direkt vom Bauern. Hier in der Gegend wird z.B. mit der Lieferung von Gemüse und Obst direkt vom Bauern geworben. Dort bekommt man dann regional Gemüse direkt nach Hause gebracht. Saisonal. Was halt grade auf den Feldern wächst. Ähnliches gibt es beim Fleisch entweder lokal beim Bauern oder bei KaufneKuh. Dort erhält man dann ein Paket und ein Tier wird erst dann geschlachtet, wenn die Nachfrage wirklich da ist.

Interessant fand ich dabei das Essen ist meist günstiger oder gleich teuer ist. Aber kein Wunder, wenn all die Zwischenhändler fehlen. Dafür bekommt man meist eine sehr gute Qualität, welche im Supermarkt meist sogar teurer ist und bei den Essen weiß ich wo es herkommt. Teilweise kann man sogar die Kuh auf der Weide besuchen oder halt das Feld mal sehen. Diese Offenheit finde ich persönlich mit am wichtigsten, wofür ich sogar mehr zahlen würde.

Mobilität

Share Economy

Beim Thema Mobilität kommt oft das Auto ins Spiel. Aber kein Wunder. Das Auto kostet verhältnismäßig viel Geld und steht recht oft rum. Nicht jeder braucht ein Auto jeden Tag. Dabei gibt es ganz verschiedene Ideen. Entweder dient man als Fahrer, verleiht das Auto gleich ganz oder nimmt einfach ein paar Leute auf eine Reise mit.

Beim Thema Fahrer ist wohl aktuell die meist diskutierte Firma Uber. Wo jeder Autofahrer zum Taxifahrer werden kann. Was grade in Deutschland aber etwas problematisch ist. In den USA hingegen scheint Uber jedoch ziemlich gut zu klappen. Von daher habe ich Uber hier auch noch nie probiert und würde wohl aktuell noch das Taxi bevorzugen.

Braucht man das Auto nur für den wöchentlichen Einkauf bieten sich die vielen Carsharing Portale an. Besonders interessant finde ich dort die Fahrzeuge, welche man wirklich für Stunden und ohne viel Aufwand mieten kann. Also nicht Sixt, Hertz,… wo man einen ziemlichen Aufwand hat. In Göttingen gibt es z.B. …. dort kann man einen Kleinwagen leicht leihen um z.B. einen Einkauf zu erledigen. Das kostet nur wenig Geld und man findet meist ein Auto im Umkreis von 1 km.

Zuletzt bietet sich noch das Mitfahrern an. Ist das Auto leer ist es schließlich eine Verschwendung von Platz. Dabei geht es nicht, wie bei Uber ums Geld verdienen. Sondern seine Kosten etwas zu senken. Nette Gespräche inklusive. Ich selbst habe das ja im Februar nach Berlin gemacht. Würde das für jede Fahrt sofort wieder machen.

Logistik

Share Economy

Zum Thema Logistik habe ich jetzt keine Plattform gefunden. Kenne es aber selbst aus meiner Heimat. Dort gibt es noch viele alte Bauernhöfe mit großen Scheunen. Aber immer weniger Bauern? Also was macht man mit den Scheunen? Genau vermieten. Dort bringen die meisten dann ihren Wohnwagen unter, weil auf dem eignen Gelände der Platz fehlt. Wieder eine Win-Win Situation.

Grade in der Stadt wäre sonst ein Wohnwagen fast unmöglich. Den wo stellt man das Ding in der Zwischenzeit ab. Die Lösung finde ich daher sehr gut und preislich passt dies meist auch sehr gut.

Ausbildung

Share Economy

Das Internet an sich sehe ich ja schon als beste Plattform zum Teilen. Aber wenn man mal etwas spezieller wird gibt’s auch hier Lösungen. Udemy ist z.B. eine Plattform um sich weiterzubilden. Jeder kann dort Kurse erstellen und ebenso Kurs konsumieren. Klappt am besten, wenn man ein spezielles Thema lernen will. Die Preise schwanken dabei meist zwischen kostenlos und 50 €.

Eben so kann man YouTube, Blogs, Webseiten, Podcasts dazu zählen. Verschiedene Internetdienste sind somit das größte Share Economy Netzwerk der Welt. In welcher Weise dann geteilt wird hängt oft vom Einzefall ab. Jedoch würde ich sagen ist dort auch die Privat zu Privat Dichte am höchsten.

Alltag

All diese Share Economy Dinge sind dabei jedoch immer Recht unpersönlich. Natürlich ist es oft Privat von Privat, aber kennt man die andere Person? Meist nicht. Von daher fand ich die Idee von Felix in den Kommentaren gar nicht so uninteressant. Eine Plattform für Familie und Freunde zum Teilen.

Ich selbst würde z.B. gerne mal wieder ein Motorrad habe. Aber alleine wäre so ein Gefährt einfach reine Verschwendung. Den mehr als ein oder zweimal im Monat würde ich damit nicht fahren. Aber auch bei einfacheren Dingen, wie Campingausrüstung,… hätte ich kein Problem dies mal an Freunde zu verleihen.

Finde den Gedanken könnte man weiter spinnen? Kennt vielleicht jemand sogar schon solch eine Plattform? Den im Bekanntenkreis jedesmal rumzufragen ist schon echt mühselig.

Share Economy – Viele Möglichkeiten, verdammt professionell

Bei all den Sharing Economy sticht eins ins Auge. All diese Plattformen, welche das Teilen unterstützen, sind ziemlich professionell. Oft sind die Seiten von AirBnb deutlich ansprechender als die Seiten von vielen Hotels. Diese Professionalität kann leicht abschrecken. Man traut sich fast gar nicht seine Wohnung bereit zu stellen, wenn man all die anderen Wohnungen sieht.

Aber so wirklich teilen im meinen Sinne ist das alles nicht. Die ganze Sharing Economy ist im größten Teil ein Verleihen und nur wenig ein Teilen. Trotzdem finde ich die sinnvollere Nutzung von Ressourcen sehr gut. Entsteht für beide dabei eine Win-Win-Situation umso besser. Den nur dann werden solche Plattformen genutzt.

Dabei sehe ich das größte Potentiell beim Thema Reisen, Nahrungsmittel und Mobilität. Den all diese Themen liegen aktuell sehr im Trend.

Sind das auch die Bereiche, welche euch am meisten interessieren oder würdet ihr lieber was ganz anderes Teilen? Und was haltet ihr überhaupt von der Share Economy? Meint ihr die Share Economy ist etwas gutes oder macht vielleicht sogar Probleme? Schreibst es doch mal in die Kommentare.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

4 Gedanken zu „6 Bereiche der Share Economy

  1. Hi,
    der Bereich Finanzen ist momentan sicherlich der am spannendste, da das Bankensystem revolutioniert werden könnte.

    Im Bereich Alltag kannst du dir mal https://www.fairleihen.de/ anschauen. Aber sehr viel wird darüber noch nicht getauscht… Ist das jetzt gut für unsere Gesellschaft oder schlecht? Vielleicht wird ja auch noch mehr privat „getauscht“?! Ich weiß es nicht…

    1. Hey Felix,
      ich glaube auf Fairleihen sieht man glaube aktuell noch das Problem, was du sagst. Viel wird nicht getauscht.

      Aktuell sind diese Themen wohl nicht in der Masse. Falls so etwas die Masse erreicht sieht dies bestimmt anders aus. Die aktuelle Lage ist meist eine „Meins“ Gesellschaft, aber braucht man das wirklich. Nicht immer denke ich.

  2. Hi mafis,

    einer der Grundgedanken der „Share Economy“ ist sicherlich die Ressourcenschonung, der auch funktionieren würde, wenn bei den Menschen ein gesteigertes Interesse bzw. eine höhere Sensibilität für dieses Thema gegeben wäre. Allerdings leben wir in einer Besitz- und Wegwerfgesellschaft, die vor allem von der Industrie bzw. den Medien beeinflusst wird und fast an jeder Ecke suggeriert bekommt, dass Mann und Frau immer die neusten Produkte kaufen und besitzen müssen.

    Den meisten Industrieunternehmen bzw. produzierenden Unternehmen kann es nicht daran gelegen sein eine Share Economy auf ein Maß anschwellen zu lassen, welches einen erheblichen Nutzen für die Umwelt bringen würde. Dies ist aus Sicht der Unternehmen auch ganz logisch. Schließlich verdienen sie ihr Geld mit dem Verkauf von Gegenständen. Werden Gebrauchsgegenstände, wie z.B. eine Bohrmaschine geteilt, brauch nicht mehr jeder eine bei sich daheim zu haben. Die Verkäufe sinken und damit der Umsatz. Sinkt der Umsatz so sinkt auch in den meisten Fällen der Gewinn, da Effizienzgewinne nicht unbedingt den sinkenden Umsatz abfedern.

    Im Dienstleistungssektor sieht die Sache wieder etwas anders aus. Hier herrscht aber auch nicht so ein hoher Material- und Maschineneinsatz, der bei sinkenden Verkäufen weiter finanziert werden müsste.

    Aber generell ein sehr interessantes Thema, über welches sich stundenlang diskutieren lässt.

    VG

    alelab

    1. Hey alelab,
      da hat du wohl Recht den Unternehmen schmeckt so ein Thema gar nicht. Bei dem Autos sieht man ja dann das die Firmen schon selbst in den Bereich einsteigen um nicht außer vor zu sein. Eine gut laufende Share Economy im Bereich des Verleihens wäre für die Unternehmen daher wohl wirklich nicht so toll. Obwohl ich glaube dann entwickeln sich wieder neue Bereiche. War ja schon immer so. Traurig drum wäre ich nicht.

      Wie du sagst man schmeißt heute viel zu sehr weg nur weil es etwas neues gibt. Obwohl das andere noch sehr gut geht. Bei manchen im Jahrestakt. Sowas braucht es nicht mehr.

      Der Trend geht gefühlt zum Bewusstsein dieser Verschwendung. Aber vielleicht ist dies auch nur ein Trugschluss.

      Gruß,
      mafis

Kommentar verfassen