Zukunft der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt der Zukunft – Wohin geht die Reise?

Die Arbeitswelt der Zukunft. Im letzten Artikel habe ich über die Generation Y und ihr Wünsche geschrieben und wie sie die Arbeitswelt verändern werden. Dabei kam mir die Frage auf, was für eine Arbeitswelt ist dies überhaupt. Wie arbeiten wir im Jahr 2035? Was macht diese Arbeitswelt, wodurch ist sie geprägt. Passt sie überhaupt mit den Wünschen der Generation Y zusammen?

Die Drei-Sektoren-Hypothese

Die Drei-Sektoren-Hypothese ist eine volkswirtschaftliche Theorie, welche die Volkswirtschaft in Rohstoffgewinnung, Rohstoffverarbeitung und Dienstleistung differenziert.

Drei-Sektoren-Hypothese (Wikipedia)

Diese Theorie entstand in den 1930er Jahren und prognostiziert, wie sich eine Wirtschaft mit der Zeit entwickelt. Am Anfang hat man einen sehr großen Primären Sektor (Rohstoffgewinnung), wie z.B. Landwirtschaft. Der primäre Sektor wird dabei stark von Optimierung getrieben. Arbeitskraft wird zwangsweise immer weniger benötigt. In der Landwirtschaft waren es die Landwirtschaftsmaschinen, welche schnell 100 Menschen ersetzten konnten. Heute sieht man dies noch in ärmeren Ländern, wie Afrika. Dort ist der primäre Sektor immer noch sehr dominant.

2015 sind wir in Deutschland dabei schon soweit fortgeschritten das eine Optimierung in der Rohstoffgewinnung nur noch kleine Schritte nimmt. In Deutschland macht dieser Sektor nur noch 1,5% aus.

Der Sekundäre Sektor (Rohstoffverarbeitung) ist ebenso sehr Optimierungsgetrieben. Beispielsweise die Aluminiumverarbeitung ist hochtechnisiert und braucht daher nur eine begrenzte Anzahl an Arbeitskraft. Im Sekundären Sektor fehlt dabei ein Peak, weil dieser immer durch die Anzahl der Rohstoffe limitiert wird. In Deutschland macht dieser Sektor 24,6 % aus und somit knapp ein Viertel der gesamten Wirtschaft.

Der größte Sektor ist mittlerweile der Tertiärer Sektor (Dienstleistung). Anfang des 19. Jahrhunderts war dieser Sektor nur sehr klein. Entwickelt sich jedoch immer mehr und macht heute 73,9 % der gesamten Volkswirtschaft in Deutschland aus. Man hat sich zur Dienstleistungsgesellschaft entwickelt und dieser Sektor wächst weiter. Den im Gegensatz zum Primären und Sekundären Sektor unterliegt dieser Bereich keinen Limitierungen. Ist nahezu unendlich.

Man kann davon ausgehen die Generation Y wird also in einer sehr starken Dienstleistungsgesellschaft arbeiten. Noch stärker, als es heute der Fall ist.

Maschinisierung

Ein entscheidender Faktor ist dabei die Automatisierung. In Deutschland ist dies mittlerweile der Standard, weil Arbeitskräfte teuer sind. Jede Art von Arbeit, welche automatisiert werden kann, wird mit der Zeit automatisiert. Roboter sind dabei das beste Beispiel. Aktuell werden dienen sie meist noch als Unterstützung der Arbeitskräfte. Aber Werke, wie die von Tesla und ihrer Gigafactory, zeigen reine Fertigungen nur mit Maschinen. Menschen sind in solchen Produktionsanlagen nur zur Wartung da und nicht zur Fertigung.

Aber selbst in Berufen wie Ärzten nehmen Roboter einen immer wichtigeren Platz ein. Bestimmte Operationen werden mittlerweile per Roboter gemacht, welche durch einen Menschen gesteuert werden. Es ist nicht undenkbar, dass der Faktor Mensch irgendwann hinfällig wird und nur noch als Backup dient.

Man wird Selbständiger

In dieser Dienstleistungsgesellschaft werden Jobs immer selbständiger und freier. Dabei muss nicht jeder ein Selbstständiger sein. Die Erwartungen sind jedoch sehr stark von dieser Richtung geprägt. Was natürlich grade die Grundgedanken der Generation Y stärkt. Die Möglichkeiten seine eigene Arbeit zu steuern wird zum Standard.

Spezialisierung wird zwar weiterhin ein wichtiger Faktor sein. Jedoch sind ein weit gestecktes Portfolio neben seiner Spezialisierung ebenso wichtig. Softskills sind in dieser Arbeitswelt viel wichtiger. Den man muss sich ein häufig verändernden Umwelt anpassen.

Nicht alles glänzt

Diese zukünftige Arbeitswelt klingt für mich persönlich sehr schön. Den ich liebe diese Freiheit im Job und würde diese nicht aufgeben. Jedoch bringt diese Freiheit und Selbständigkeit eine ganze Palette von Problemen mit.

Eine Dienstleistungsgesellschaft und ihre Jobs sind stark von Wissen und somit Bildung getrieben. Personen, welche nicht die Möglichkeiten einer guten Bildung haben fallen durch dieses Raster durch. Sie sind über und werden nicht benötigt. Dabei denke ich nicht an Menschen, welche sich der Arbeit und der Bildung verweigern. Diese sind selbst Schuld.

Aber grade Menschen aus Familien mit schlechter Bildung werden in dieser Gesellschaft extreme Probleme haben. Selbst heute hat man mit einem Realschulabschluss schon keine einfache Karten mehr. Das Abitur wurde zum Standard erklärt.

Ich denke dort passt ein Video von Georg Schramm sehr gut:

Hat man das Glück und hat eine gute Bildung hat man jedoch andere Probleme. Freiheit bedeutet immer Entscheidungen treffen. Arbeite ich jetzt oder dann? Habe ich genug gearbeitet? All diese Freiheit kann somit schnell in Stress umschlagen. Will man das? Teilweise mit Sicherheit. Aber ein Teil will solche Entscheidungen nicht treffen müssen. Sie brauchen feste Regeln um in ihren Leben auf zu gehen. Einfach um eine klare Trennung zwischen Leben und Arbeit haben zu können. Grade bei einer Familie weiß ich nicht, ob diese Freiheit Vor- oder Nachteil ist.

Zuletzt noch ein Gedanke, welcher viel in den Kommentaren genannt wurde. Leistung. Wie misst man Leistung in einer Dienstleistungsgesellschaft? In der Industrie konnte man Stückzahlen leicht vergleichen. In der Dienstleistungsgesellschaft kann man so einfach nicht denken. Ich kenne das Thema selbst in der Softwareentwicklung zu gut. Man könnte Codezeilen zählen, aber diese steht in keinerlei Zusammenhang mit der Leistung. Weniger Quellcode ist meist die schwierige Aufgabe.

Bei manchen Fehlern muss man teilweise tagelang Versuche anstellen um nur eine einzelne Zeile zu ändern. Leistung ist in der Dienstleistung nur indirekt messbar über lange Zeit. Aber selbst dann treten eine Menge Ungenauigkeiten auf.

Für mich wird Leistung meist durch die Erwartungshaltung des „Kunden“ definiert. Egal, ob der Kunde nun Arbeitgeber, echter Kunde oder ein Verwandter ist. Für viele ist Softwareentwicklung eine unglaubliche Leistung. Wo man teilweise mit Kindergarten Kram in einem sehr tollen Licht dastehen kann. Hingegen in einer IT Experten Gruppe muss man extreme Aufzeigen, welche Wochen oder monatelange Arbeit voraussetzt. Und selbst in diesem Moment wird man vielleicht belächelt, weil eine andere Lösung viel besser gewesen wäre.

Die Arbeitswelt der Zukunft – Freier, selbstverantwortlicher, aber nicht einfach

Am Ende kann ich sagen. Die Arbeitswelt der Zukunft wird sich verändern, wie schon seit tausenden Jahren. Inkrementell wird der Dienstleistungsbereich weiterhin wachsen. Produktion und Rohstoffe wird weiterhin optimiert, wird dabei aber nicht mehr so starke Sprünge erleben, wie noch vor 50 oder 100 Jahren.

Diese Dienstleistungsgesellschaft wird dabei noch freier werden. Diese Freiheit bringt dabei jedoch ein erhöhtes Maß an Selbstständigkeit mit sich. Dieses wird nicht jedem liegen. Grade mit einer schlechteren Bildung, wird man in dieser zukünftigen Gesellschaft große Probleme haben.

Freiheit kann dabei zur Last werden. Jeder muss die richtige Balance zwischen Freiheit und Regeln geschaffen werden.

Junge Menschen werden diese Freiheit lieben. Familien hingen wollen lieber gewisse Sicherheiten haben. Ich bin jetzt schon gespannt, wie die Arbeitswelt in 10 Jahren aussehen wird. Und ihr? Meint ihr diese Theorien passen oder sind vielleicht etwas plakativ?

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Sektoren-Hypothese

http://www.stiftungfuerzukunftsfragen.de/forschung/forschungsthemen/die-zukunft-der-arbeit.html

http://www.marconomy.de/digital/articles/394673/

http://www.huffingtonpost.de/christiane-lesch/zukunft-arbeit-ausland-lernen_b_9063204.html

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

4 thoughts to “Die Arbeitswelt der Zukunft – Wohin geht die Reise?”

  1. Hi Max,

    ein schöner Artikel. Ich teile viele deiner Gedanken zu diesem Thema.

    Ich sehe noch einen weiteren Trend, der sich in den kommenden Jahren sicher verstärken wird: Die Notwendigkeit der Anwesenheit im Büro wird abnehmen. Menschen mit „Büro-Jobs“ werden diese Tätigkeiten mehr und mehr von zu Hause ausüben, was sich auch für die Unternehmen lohnen wird (Kostensenkung).

    Das könnte sogar dazu führen, dass der Anteil derer, die in Großstädten leben wollen, abnehmen wird.

    1. Hey Stefan,
      ähnliche Gedanken sind mir auch schon durch den Kopf gekommen. Büro Jobs sind mittlerweile immer leichter ortsunabhängig zu erledigen. IBM macht das glaube schon. Gab mal ein Bericht dazu. Haben nur noch für 60% der Leute einen Büroplatz. Das spart wohl um eine Milliarde für die. Schon sehr lohnend.

      Genau dieser Gedanke mit den Abwandern hält mich auch vom Thema Immobilien etwas ab. Ich glaube zwar nicht das Berlin und so dort Probleme haben werden. Aber grade kleinere Städte können dort ein Problem bekommen.

      Gruß,
      Max

  2. Hi Max, ich werde im Mai 28 Jahre alt und habe leider nur einen Haupschulabschluss und arbeite heute in der Industrie, verdienen tue ich auch gut, spare und Investiere auch, aber mache mir auch so meine Gedanken an die Zukunft, da auch die Industrie 4.0 kommen wird und eventuell Arbeitsplätze nicht mehr gebraucht werden. Ich denke über ein Abitur nach über den 2. Bildungsweg (Fernschule) und wollte mal deine Meinung hören, ob es sinnvoll ist, weil bin dann auch schon über 30, wenn ich damit fertig wäre.

    Liebe Grüße

    Dennis

    1. Hey Dennis,
      vorne Weg erstmal. Unternehmen werden auch mit der Industrie 4.0 nicht einfach die Leute rausschmeißen können. Ich glaube sie versuchen eher bei neuen Leuten weniger zu nehmen.

      Aber das soll deine Entscheidung nicht beeinflussen. Finde den Gedanken gut das Abi nach zu machen. Obwohl ich mich Frage, was würdest du den gerne machen, wenn dein Job mal nicht mehr klappen sollte? Abi ist ja mehr ein Allsound Ding um vielleicht nochmal eine Ausbildung zu machen oder zu studieren.

      Willst du so frei sein oder hast du vielleicht doch eine Vorliebe? Falls ja, dann würde ich mehr empfehlen in die Richtung zu denken. Möglichst viel in einen vielleicht später interessant Beruf zu investieren. Grade mit dem Internet hat man heute so viele Möglichkeiten.

      Das Alter hingegen finde ich vollkommen egal. Du hättest etwas geschafft und das zählt. Unternehmen fragen vielleicht später danach, warum man das Abi mit 30 gemacht hat. Aber lieber antwortet man in den Moment doch: „Weil ich die Initiative ergreifen wollte und mich fortbilden wollte.“ Als der Standard der Generation „Hat halt jeder gemacht.“. Finde daher eigentlich solche Dinge später zu machen zeigt viel mehr einen bestimmten Character, welcher sich entwickelt hat.

      Denk mal drüber nach. Hoffe könnt etwas helfen.

      Gruß,
      Max

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