Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen – Die kleine Boni Reihe (1)

Mit dem Beitrag möchte ich eine kleine Serie beginnen. Es soll um das Thema Bonus und Vorteile gehen, welche man so als Arbeitnehmer oder auch Arbeitgeber in Anspruch nehmen kann. Neben dem Thema Gehalt selbst. Beginnen möchte ich heute das Thema mit „Vermögenswirksame Leistungen“ kurz VL oder VWL. Dabei gibt es immer eine kurze Vorstellung des Bonus mit seinen Pro/Kontra, seinen Möglichkeiten z.b. Anlagen und einem kurzen Fazit.

Vermögenswirksame Leistungen – VL oder VWL

Die Vermögenswirksame Leistungen (VL) kennt wohl fast jeder. Die VL sollen dabei helfen ein Vermögen aufzubauen, wie der Name es schon erahnen lässt. Der Arbeitgeber kann dabei zum normalen Gehalt noch bis zu 40€ zuschießen. Meistens schwankt es zwischen 6,65 € und 40 €, wobei man aber auch selbst auf die 40€ austocken kann. 

Besonders ist interessant ist das Aufstocken für „Geringverdiener“. Man kann staatliche Zuschüsse bekommen und diese werden prozentual berechnet bis zur Max. Sparsumme. 

Die Einkommensgrenze für die staatlichen Zuschüsse liegen dabei um die 20.000€ für einen Single. Beachten sollte man dabei es geht um das zu versteuernde Einkommen nach allen Abzügen und nicht um den Bruttoarbeitslohn geht. Werbungskosten, Kinderfreibeträge und vieles anderes werden daher noch herunter gerechnet. 

Man kann so bis zu 480€ relativ einfach auf sein Gehalt bekommen ohne dafür direkt mehr Geld zu fordern. Grade in Tarifverträgen lassen sich solche Klauseln finden. Grundsätzlich steht aber auch jeden offen einfach bei seinen Arbeitgeber mal nachzufragen. Bei mir hat es so geklappt, obwohl nichts in den Verträgen vereinbart war. Notfalls kann man dem Arbeitgeber auch bitten direkt vom Gehalt in entsprechend Produkte einzuzahlen. Aber dies lohnt sich wirklich nur, wenn man dann die Zuschüsse bekommt. 

Für mich persönlich gibt es nur einen Nachteil. Sie gelten als Gehalt und werden so auch behandelt im steuerlichen und sozialpflichtigen Sinne. Man verliert so immer einen gewissen Teil an den Staat. 

7 Jahre gebunden an den Vertrag

Jeder VL Vertrag läuft dabei nach einen bestimmten Rhythmus. Der Arbeitgeber zahlt 6 Jahre lang in den gewählten Vertrag ein. Dann wird dem Vertrag ein Jahr Ruhe gegönnt. Insgesamt 7 Jahre verbringt das Geld im Vertrag. Danach kann man dann selbst entscheiden, ob man das Geld entnimmt oder weiter spart. Bei 40€ fließen so in 6 Jahren 2880 € in den Vertrag ein, worauf dann noch die Zinsen kommen oder eine entsprechende Wertentwicklung.

Die Produkte

Banksparplan

Bei einem Banksparplan wird das Guthaben jeden Monat verzinst. So als würde es auf einem normalen Konto mit Zinsen liegen. Das Risiko ist daher sehr gering und im Schnitt gibt es aktuell um die 1,5% Zinsen dafür. 

Plant man z.B. in 7 Jahren einen neuen Wagen zu kaufen, kann die Wahl auf den Banksparplan Goldrichtig sein.

Sparplan mit Fonds & ETF

Für all die ihr Geld gerne in der Börse anlegen gibt es Sparpläne, welche direkt in die Börse investieren. Auf einen Zeitraum von 7 Jahren kann sich das schon lohnen, weil Schwankungen besser ausgeglichen werden. Persönlich würde ich nie einen Fond dafür nehmen, aber dies ist eine persönliche Entscheidung. Zum Glück gibt es auch die ETF Variant, wo ich mich deutlich mehr zu Hause fühle.

Meist kann man aus einer bestimmten Vorauswahl  ein Fond oder ETF wählen. Der Rest läuft dann ganz automatisch. Am Ende kann man oft dann auch die ETF’s und Fonds ins eigene Depot schieben lassen. 

Der bekanntesten Vertreter in dem Bereich ist wohl ebase, welches zu Comdirect gehört. Die ETF Auswahl ist dort ziemlich gut. Nur die 12€ Kontoführungsgebühr stören ein wenig. Hat jemand eine bessere Alternative gerne in die Kommentare damit.

Die Verträge dazu kann man wohl leider nicht bei eBase direkt machen, sondern braucht einen entsprechenden Vermittler. (Vielen Dank @derhanseatblog in den Kommentaren dafür)

Bausparvertrag

Natürlich kann man in Deutschland die VL auch in einen Bausparvertrag fließen lassen. Ein passendes Produkt, wenn der Hausbau in nächster Zeit vor der Tür steht.

Jeder größere Bank hat dort was im Angebot. Wichtig ist dabei eher die Auswahl des richtigen Bausparvertrags. Die Klauseln können dort ja sehr verschieden sein.

Baufinanzierung tilgen

Hat man hingegen gebaut kann man mit den VL auch die Baufinanzierung tilgen. Eine interessante Möglichkeit, weil dort fließt die VL direkt in die Tilgung des Darlehns. Entweder überweist der Arbeitgeber direkt den entsprechenden Betrag aufs Dahrlehnskonto oder man bekommt das Geld um muss natürlich die Tilgung damit nachweisen.

Fazit

Vermögenswirksame Leistungen kann man in vielen Tarifverträgen finden. Falls sie im Vertrag stehen, sollte man sie auf jeden Fall nutzten. Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig, wo jeder Spartyp sein passendes Produkt finden kann. 

Leider gelten Vermögenswirksame Leistungen als Gehalt und werden versteuert. Wie das Thema z.B. bei IG Metall verträgen umgangen wird kommt dann im nächsten Beitrag.

Gibt es bei euch die Vermögenswirksame Leistungen? Nutzt ihr sie und wenn ja, wie nutzt ihr sie?

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

2 thoughts to “Vermögenswirksame Leistungen – Die kleine Boni Reihe (1)”

  1. Ich nutze tatsächlich Vermögenswirksame Leistungen für die Anlage in ETFs. Mein Arbeitgeber überweist monatlich meinen VL Beitrag an eBase. Hier wird der Betrag direkt in einen MSCI World ETF angelegt. Insgesamt eine super Sache. Über die Jahre kommt da auch was gut zusammen. Ich habe bewusst einen synthetischen und thesaurierenden MSCI World gewählt, damit ich das ganze ohne Steuerkram laufen lassen kann.

    Viele Alternativen zu eBase gibt es meines Erachtens nicht, was mich nicht wundert, da bei diesem Produkt nicht viel zu verdienen ist. Das ist ja häufig der Fall bei anlegerfreundlichen Angeboten. 😉

    Vielleicht noch ein Hinweis zu eBase: Man kann nicht direkt über eBase einen VL Vertrag abschließen. Ich musste über einen Fondvermittler gehen. Dieser kostet den Anleger jedoch in der Regel nichts extra.

    Viele Grüße
    Der Hanseat

    1. Hey Hanseat,
      sehr cool das du so ein Angebot mit ETF schon nutzt. Bei den Summen und mit MSCI World kann man da wohl auch nichts falsch machen.

      Das stimmt, wenn es für uns gut ist, dann ist es für die Bank meist nicht so gewinnbringend. Eigentlich schade, wenn es nur so wenig Auswahl gibt.

      Und vielen Dank für den Hinweis, werde das nochmal kurz in den Beitrag einbauen.

      Gruß,
      mafis

Kommentar verfassen