Tagebuch

Fünf verschiedene Arten ein Tagebuch zu führen

Was ist vor einem Jahr in deinem Leben passiert? Was waren deine Gedanken? Schwer zu beantworten. Oder? Ich selbst kann die Fragen nur durch mein Tagebuch beantworten. Und das obwohl ich Tagebücher früher immer für überflüssig gehalten habe. Mittlerweile liebe ich es mit Text zu füllen. Mit der richtigen Art von Tagebuch wirst du es lieben. Versprochen.

Ich bin nicht allein

Als Mitglied der Generation Y ist mir das Teilen von Gedanken nicht fern. Facebook, Twitter und all die anderen Plattformen reizen schon sehr. Aber in solche Netzwerke schreibt man lieber die positiven Dinge. Weniger all die Gedanken und jede Kleinigkeit. Zumindest bei mir. Aus dem Grund habe ich selbst vor gut über einem Jahr mit dem Tagebuch schreiben angefangen. Anfangs Stichpunkt und mit der Zeit immer mehr und mehr Text. Ich dachte damit wäre ich recht alleine. Zumindest kenne ich niemanden aus meinen Freundeskreis mit einem Tagebuch.

Das änderte sich mit dem Usertreffen von Sauerkraut und Zaster. Dort kam irgendwann das Thema Tagebuch auf. Mia hat eins. Die Geldkatze hatte gleich zwei dabei. Eins für Privat und eins für die Arbeit. Meins war in der Hosentasche versteckt. Tagebuch schreiben ist doch nicht so altmodisch, wie ich dachte.

Papier oder digital?

Früher war es normal ein richtiges Buch zu haben. Analog halt. Bei den digital Natives wird natürlich das Digitale immer populärer. Aber beides hat seine Vorteile und  Nachteile.

Das analoge hat ein Feeling, welches kein digitales Medium bietet. Grade durch die eigene Schrift wird es sehr persönlich. Das analoge Schreiben wirkt nicht so mechanisch. Ohne Strom funktioniert das Tagebuch immer. Selbst nach 100 Jahren lässt sich das Buch noch lesen. Bei digital kann das problematisch werden.  Dafür muss man immer ein Buch umher tragen. Mit Rucksack oder Tasche in Ordnung. Aber für immer dabei schon etwas nervig.

Aus dem letzten Grund hat für mich das digitale gewonnen. Das Handy ist immer in der Tasche. Warum nicht nutzten? Über die tollen Cloud Möglichkeiten sogar auf mehreren Plattformen nutzbar. Natürlich verliert man dabei die persönliche Note etwas. Ich denke: Meine Persönlichkeit kommt durch den Text. Wirklich praktisch meiner Ansicht ist man hat unendliche Möglichkeiten.

Tagebuch muss nicht in Schriftform sein.  In der digitalen Welt sind Video & Audio gern gesehen. Dazu kommen wieder die Vorteile der digitalen Welt. Suchbar, automatisierbar und überall verfügbar. Den selben Tag über verschiedene Jahre zu sehen ist nur ein Touch entfernt. Standorte lassen sich automatisiert integrieren. Man kann den Tag wieder erleben.

Als App habe ich mit Evernote begonnen. Bin dann zu Day One gewechselt und arbeite mittlerweile an einer eigenen Lösung.

Aber die Frage digital oder Papier kannst nur du entscheiden. Was kommt aber nun rein?

Verschiedene Arten von Tagebüchern

Vom Tagebuch schreiben hat mich am längsten das Was abgehalten. Der Perfektionismus hat mich abgehalten. Geschichten sollten es werden, welche man gerne liest. Irgendwann wurde mir klar, außer mir liest diese Geschichte fast niemand. Mit diesem Gedanken konnte ich endlich beginnen.

Für dein Tagebuch gibt es keine Vorlage. Jeder muss seinen Stil und Art finden. Seine Art lernt man jedoch erst mit der Zeit. Fang also einfach an.

Anfangen ist nicht immer leicht. Von daher gibt es von mir ein paar Arten ein Tagebuch zu führen.

Q & A

Questions & Answers. Damit habe ich selber begonnen. Du legst dir dafür einfach eine oder mehrere Fragen zu Recht. Diese Fragen stellst du dir jeden Tag und schreibst die Antwort aus.

Was hast du heute gelernt? Wie hast du einen anderen Menschen geholfen? Was für Fotos hast du gemacht? Warum liebe ich meinen Freund/Freundin?

Einfach Fragen über Themen, welche dir persönlich wichtig sind. Die Superfrage gibt es nicht. Aus den Antworten kannst du schon eine Menge herauslesen. Kannst du Frage über den/die Freund/Freundin nicht beantworten, über eine längere Zeit, dann sollt man sich beispielsweise seine Gedanken mal machen.

Auf lange Sicht kannst du so sehr gut Tendenzen erkennen. Die Tendenzen kannst du so gut korrigieren.

ZDF – Zahlen Daten Fakten

Manche Themen kann man nicht umschreiben. Trainierst du beispielsweise gibt es klare Zahlen. Dauer, Puls und vielleicht Strecke. Solche Daten kann man Prima in ein Tagebuch schreiben. Trainiert man nur für die Gesundheit übersieht man sonst schnell die Fortschritte. Das Gewicht ist passt daher auch gut rein. Mein Trainingstagebuch umfasst mittlerweile 6 Jahre. Dort kann ich sehr gut die Auf und Abs sehen. Mittlerweile sogar Verknüpfungen zu anderen Themen im Tagebuch herstellen.

Hast du also ein Thema, welches dir wichtig ist und man gut über Fakten abbilden kann. Dann schreib die Fakten ins Tagebuch.

Schritt für Schritt

Fällt einem wirklich nichts ein. Dann schreibt einfach euren Tagesablauf ins Tagebuch. 8 Uhr aufstehen. 9 Uhr zur Arbeit. 12 Uhr Mittag…. Klingt im ersten Moment etwas absurd. Aber selbst daraus kannst du mit der Zeit viele Informationen ziehen. 

Ist man z.B. ein Murmeltier? Jeder Tag hat exakt den selben Ablauf. Man würde jedoch gerne etwas erleben. Oder ein Chaot. Wo jeder Tag anders läuft und man vielleicht gerne etwas mehr Ordnung hätte.

Braindump

Braindump ist für mich einfach den Kopf frei bekommen. Am häufigsten mache ich das bei der Arbeit. Genauer gesagt beim Arbeitsschluss. In dem Moment schreibst du einfach alle Gedanken um die  Arbeit auf. Aufgaben, Themen wo man hängt, Termine und all die anderen Themen rund um die Arbeit.

Das hilft ungemein nach der Arbeit abzuschalten. Die Gedanken musst  du dann nicht mehr festhalten.

Gedanken freien lauf lassen

Für mich persönlich die höchste Kunst. Einfach alle Gedanken aus dem Kopf schreiben. Grade beim Thema Emotionen sehr hilfreich. Das macht, wie der Braindump, sehr frei. Man kriegt den Kopf frei und kann seine Gedanken neu ordnen. 

Grade in Momenten, welche dich extrem bewegen, solltest du das tun. 

Tagebuch – Mach dein Ding

Alleine an den fünf Arten siehst du das Tagebuch gibt es nicht. Ich hoffe jedoch du hast ein paar Anreize bekommen. Beginnst vielleicht sogar mit dem Tagebuch schreiben. Oder hast neue Ideen für dein Tagebuch bekommen.

Ich selbst kombiniere alle fünf Arten ständig in meinem Tagebuch. Manches öfters und manches seltener. Grade für die Persönlichkeitsentwicklung ist es für mich unabdingbar geworden.

Bis jetzt waren wir drei mit einem Tagebuch beim Treffen. Werden es vielleicht mehr? Schreibt ihr Tagebuch oder wollt vielleicht jetzt beginnen? Habt ihr einen bestimmten Stil und Art? Schreibst mal in die Kommentare.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

9 Gedanken zu „Fünf verschiedene Arten ein Tagebuch zu führen

  1. Aktuell führe ich kein Tagebuch, wobei ich das viele Jahre lang gemacht habe. Für mich hatte es früher den Zweck, alles dort nieder zu schreiben und zu verarbeiten, was mich gerade bewegt. Hatte also schon fast eine therapeutische Funktion. Traumtagebuch habe ich auch mal interessehalber geführt. Seit dem Ende meines Studiums führe ich nun kein Tagebuch mehr. Wobei ich in letzter Zeit dran gedacht habe, zumindest unregelmäßig mal wieder ein paar Seiten zu schreiben.

    Wie viele Bücher stapeln sich bei dir mittlerweile?

    1. Gab es einen bestimmten Grund, warum nach dem Studium nichts mehr war? Keine Zeit oder einfach keine Lust mehr.

      Zum Glück ist sind meine Tagebücher überwiegend digital. Gedruckt wären es aber locker über 1000 A4 Seiten mit einzelnen Bildern dazwischen. Ohne Bilder so um die 800 Seiten… Habe schon öfters mal drüber nachgedacht so etwas zu drucken. Arbeite da grade an ein paar Ideen.

      1. Eine Mischung aus vielem war der Grund fürs Ende. Mein Tagebuch war weniger zur Erinnerung, sondern eher zur Problembewältigung gedacht. Wenn es um eigene Belange ging, war ich recht introvertiert und es tat gut, Gedanken einfach niederzuschreiben. Mit dem Berufseinstieg sind die meisten Sorgen abgeschwächt worden.

  2. Hey,

    Mein Tagebuchaktivität beschränkt sich gerade auf eine Einnahmen/Ausgaben Tabelle, allerdings find ich den Gedanken ein richtiges Tagebuch zu führen gerade sehr interessant. Wobei ich bei solchen Dingen immer Probleme mit der nötigen Disziplin und Konstanz habe. Schreibst du jeden Tag etwas nieder?

    Gruß
    Benedikt

    1. Hey Benedikt,
      ja ich schreibe jeden Tag etwas nieder. Aber das ist wirklich ein Formular, welches ich abarbeite. Würde das mehr als Lifelog bezeichnen. Das ist mehr so eine Übersicht, was ich den Tag gemacht habe. Meistens nur so 100 Wörter. Morgens… Mittags… Abends….

      Ich denke am Anfang ist so eine Vorlage echt Vorteilhaft. Das erleichtert ein die Disziplin aufzubauen. Schließlich sind es vielleicht nur drei Wörter. Mehr kommt mit der Zeit von alleine.

      Aber ich denke man muss nicht zwangsweise jeden Tag schreiben. Man muss seinen Rhythmus finden. Vielleicht passt für dich wöchentlich oder nur in bestimmten Momenten besser.

      Gruß,
      mafis

  3. Hi mafis,

    interessante Sache das mit den Tagebüchern. Während meine Frau voll der Tagebüchler ist (sie nutzt hierzu ihren Kalender), bin ich das genaue Gegenteil. Ich habe zwar schon 2 / 3 mal begonnen etwas „aufzuschreiben“ (zuletzt mit der Moleskin App für iPad), habe aber irgendwann die Lust verloren bzw. mich der Prokrastination hingegeben …

    Doch halt da fällt mir unser Glückstagebuch ein. Hierin notieren wir (naja eher meine Frau 😉 was uns an diesem Tag glücklich gemacht hat. Allerdings haben wir in diesem Jahr noch nicht wirklich viel eingetragen und das liegt nicht daran, dass wir keine Glücklichen Momente hatten …

    Gruß
    Anton

    1. Hey Anton,
      ja ich bin auch öfters gestrauchelt am Anfang. Einfach ist das nicht, vor allem, wenn man nicht wirklich weiß, warum man dies tut.

      Aber ist doch schön, wenn man zu zweit ein Glückstagebuch führt. Finde das grade für eine Beziehung ziemlich gut. Man vergisst glückliche Momente leider viel zu schnell und schlechte setzten sich fest. Von daher lass deine Frau weiter schreiben :D. Einer meiner Fragen ist ebenso jeden Tag: „Was hat mich heute glücklich gemacht?“.

      Gruß,
      mafis

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