Prokrastination

Fünf Tipps um Prokrastination mit Zeitdruck zu vermeiden

Prokrastination. Wann prokrastiniert du? Wann schiebst du die meisten Aufgaben vor dir her? In den Momenten, wo deine Zeit ein sehr knappes Gut ist? Der Kalender voll ist vom Anfang bis Ende des Tages. Jede Minute verplant ist. Oder in den Momenten, wo du alle Zeit der Welt hast? Im Urlaub, wo du statt einer Stunde Freizeit plötzlich zwölf oder mehr hast. 

Ich habe gemerkt ein Gut wird immer wertvoller desto knapper dieses wird. Genau so verhält es sich auch mit der Zeit. Du wirst im Momenten mit viel Freiraum immer Aufgaben vor dir herschieben. Schließlich lässt sich die Aufgabe noch später erledigen. Aus dem Frühsport wird so Mittagssport. Aus dem Mittagssport wird Nachmittagssport und aus dem Nachmittagssport wird die kleine Sporteinheit am Ende. Oder nicht?

5 Wochen mit Zeitdruck und 5 Wochen ohne im Vergleich

Tagebuch

Ich selbst werfe aktuell oft ein Blick zurück in mein Tagebuch. Genau genommen immer um ein Jahr. 

Vor einem Jahr begann bei der Arbeit die Phase vor der wichtigsten Messe des Unternehmens. Das bedeutete morgens um 7 Uhr zur Arbeit und Abends um 18 – 19 Uhr nach Hause. Nicht schön. Aber aus den Gründen der Messe verständlich. Dies zog sich über insgesamt fünf Wochen. 

Der Halbmarathon in Hannover stand eben so vor der Tür. Trainingsausfall war nicht zu verzeihen. Nach der Arbeit zog ich immer direkt die Laufschuhe an und drehte meine Runde nach Trainignsplan. Gegen 20 Uhr gab es dann Essen. Danach wurde dann noch ein wenig für die Uni gelernt. 

Bis auf die Wochenenden verlief so jeder Tag in den fünf Wochen.  Die Wochenenden waren gefüllt von all den Aufgaben, welche unter der Woche liegen blieben. Irgendwann muss man schließlich die Wohnung auch mal aufräumen. Insgesamt wurden aber alle Aufgaben, welche anstanden ohne Probleme erledigt. In einem sehr begrenzten Zeitfenster.

Spulen wir jetzt mal in mein aktuelles Leben. Keine Messe, keine Überstunden und neben einer 35 Stunden Woche sind eine Menge Zeit da. Die Aufgaben sind ähnlich mit Uni, Sport und dem Blog. Anstatt drei Stunden am Abend habe ich aktuell jedoch eher 8-9 Stunden am Tag als Freizeit zur Verfügung. 

Trotzdem stehe ich mit den Aufgaben und dessen effizienten Abarbeitung deutlich schlechter da. Ich habe die dreifache Zeit zur Verfügung und schaffe nicht mal dieselbe Zahl an Aufgaben. Das widerspricht meinem Bestreben sehr. 

Leichter Zeitdruck senkt Prokrastination

Aus den Vergleich ziehe ich einen Entschluss. Desto knapper meine Zeit wird, desto effizienter und besser nutzte ich die Zeit. Das Aufräumen der Wohnung kann 30 Minuten oder zwei Stunden dauern. Mir persönlich sind die 30 Minuten deutlich lieber. Dir doch bestimmt auch. 

Aber warum?

Ich denke mit Zeit im Überfluss verfällt man leicht in einen Prokrastinationsmodus. Schließlich hat man zum Aufräumen noch vier Stunden Zeit bis zum nächsten Termin. Warum sollte man sich also hetzten. Von der ersten Handynachricht lässt man sich so schnell mal ablenken. Plötzlich sind dann wieder 10 Minuten ohne Fortschritt vergangen. Diese kleine Unterbrechungen häufen sich und so dauert eine Aufgabe leicht viermal so lange. 

Wie erzeugt man leichten Zeitdruck?

Die Frage ist natürlich, wie stoppt man die Prokrastination in solchen Zeiten? Eine Möglichkeit wäre seinen Tag mit Terminen voll packen. Das bedeutet dann Stress. Viel Stress ist nicht die beste Lösung auf lange Zeit. Im schlimmsten Fall macht Stress sogar krank. Keine gute Lösung.

Zeitdruck schafft man am besten durch Dringlichkeit. An diesen Gedanken bin ich hängen geblieben und habe mir fünf Konzepte gebaut um ein wenig Zeitdruck ohne großen Stress zu produzieren.

Nummer 1 – Kalendareinträge

Kalender

Kannst du bestimmte Zeiten an einer Aufgabe fest machen? Dann setzte einen Termin. Dieser hilft dabei fokussiert zu sein und auch sich den nötigen Freiraum zu schaffen. Die Stunde aufräumen ist jeden Sonntag für eine Stunde eingeplant und genau in dieser Stunde wird die Aufgabe dann erledigt.

Nummer 2 – Trigger nutzten

Trigger

Manche Aufgaben lassen sich schwer an konkreten Zeiten festmachen. Aber an bestimmte Trigger, wie z.B. den Arbeitsschluss. Der Trigger Arbeitsschluss war für mich im letzten Jahr immer der Auslöser für Sport. Nach der Arbeit wurden immer die Sportklamotten angezogen und es ging raus. Irgendwann brennt sich dieser Trigger in den Kopf ein und man macht die Schritte danach ganz von alleine. 

Der Trigger ist eher ein indirekter Zeitdruck. Aber klappt sehr gut.

Nummer 3 – Zeitdauern festlegen

Uhr

Löst man eine Aufgabe schneller, wenn man weniger Zeit dafür hat? Mit Sicherheit ja, wie viele Studien über das Thema beweisen. Hast du für eine Aufgabe eine Stunde Zeit wirst du diese in einer Stunde lösen, wenn es möglich ist. Gibt man dir für die Aufgabe zwei Stunden Zeit wirst du zwei Stunden dafür benötigen. Vielleicht wird die Aufgabe nach zwei Stunden etwas besser gelöst, aber seitens um 100% mehr Zeit zu gerechtfertigten.

Deshalb solltest du bei einer Aufgabe vorher immer einen groben Plan im Kopf haben, wie lange du für die Aufgabe brauchst. Diese Zeit stellst du dann einfach in einer Timer App ein. Dadurch erstellst du einen Zeitdruck die Aufgabe innerhalb der Zeit zu erledigen. 

Statt einen direkten Timer können z.B. Waschmaschinen oder Geschirrspüler perfekt als Timer dienen. Ich schmeiße beide meistens beim Aufräumen an. Mit dem Aufräumen will ich fertig sein, bevor die Maschinen fertig werden. Knapp eine Stunde habe ich so immer Zeit. Gewonnen habe ich bis jetzt immer. Zeitdruck entwickelt sich dabei zu einem Spiel.

Nummer 4 – Pomodoro

Eieruhr

Eine speziellere Version von Nummer 3 ist Pomodoro. Pomodoro ist eine Technik des Zeitmanagement und kommt aus der Richtung der Timer. Bevor man eine Aufgabe beginnt, stellt man sich einen Timer. Eine Eieruhr zum Beispiel auf 25 Minuten. In diesen 25 Minuten konzentriert man sich voll und ganz auf seine Aufgabe. Nach den 25 Minuten hat man dann 5 Minuten Pause. Dies wiederholt man im selben Rythmus immer wieder.

Ich selbst liebe diese Technik, wenn es um Arbeitsaufgaben geht. Zum einem erzeugt man einen leichten Zeitdruck um ins Handeln zu kommen und die Aufgaben zu erledigen. Alle 25 Minuten kriegt man jedoch auch immer eine kleine Pause. So kriegt man den Kopf kurz wieder frei und verbeißt sich nicht in einer Aufgabe. Meine produktivsten Tagen basierten eindeutig auf Promodoro.

Nummer 5 – 5 Minuten Timer auf dem Sofa

5 Uhr

Für die ungewollten Pausen habe ich persönlich eine besondere Technik entwickelt. Ab und zu lasse ich mich bei Aufgaben einfach mal aufs Sofa fallen. Man darf sich schließlich mal kurz ausruhen. Aus dem kurzen Ausruhen werden 5 Minuten, dann 10 Minuten und schwups sind 30 Minuten verflogen. 

Arbeite ich grade an einer Aufgabe und will mich kurz ausruhen. Starte ich zur Beginn der Pause immer einen 5 Minuten Timer. Mit Siri hat man das mit einem Satz erledigt. Nach 5 Minuten werde ich so daran erinnert wieder weiter zu machen. 30 Minuten fliegen so nicht einfach an einem vorbei.

Fazit

Ein bisschen Zeitdruck kann die eigene Effizient deutlich steigern. Besonders bei Aufgaben, wo man sehr leicht in Prokrastination verfallen kann, wie z.B. Aufräumen. Man liebt sich nicht, aber sie müssen ja doch gemacht werden. Von daher hoffe ich du kannst mit den Tipps ein wenig die Prokrastination bekämpfen. Damit man mehr für die wichtigsten Themen im Leben hat und seine erhöhte Freizeit auch nutzten kann.

Hinterlass doch mal einen Kommentar, welche Ideen du noch zum Thema Prokrastination bekämpfen und Zeitdruck hast.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

2 Gedanken zu „Fünf Tipps um Prokrastination mit Zeitdruck zu vermeiden

  1. Bei mir ist das Thema Produktivität und Prokrastination sehr durchmischt. Ich brauche einen festen Termin, der zwar einen straffen Terminplan erfordert, gleichzeitig aber auch noch einen realistischen Puffer eingeplant hat. Dann kommt bei mir das beste Ergebnis raus. Zu viel Zeit ist manchmal schlecht, weil man sich dann zu sehr mit Details befasst. Auf der Arbeit finde ich das „zu viel Zeit“ ab und zu ganz gut, weil ich mir dann Zeit nehmen kann, um Prozesse auf Dauer zu optimieren. Unter Zeitdruck hat man diese Zeit nämlich nicht. Letztes Jahr im Sommer hatte ich so viel zu tun, dass ich eher wie eine Maschine als wie ein Mensch funktionierte. Früh zu Arbeit, sehr spät abends Heim kommen und dann auch noch Studienarbeiten meiner Studenten lesen, weil ich auf der Arbeit nicht dazu kam. Mein Sportkurs und meine Joggingtruppe fielen dadurch dann automatisch aus. Generell schiebe ich privat relativ viel auf (aufräumen, Steuererklärung..), weil ich sowas sogar sehr gerne mache und mir dafür auch Zeit nehmen möchte. Wenn ich dann mal ein Wochenende frei habe, packe ich die Sachen dann an und freue mich auch richtig darauf. Ich bin kein Fan davon, sich privat künstlichen Stress zu machen.

    1. Die Kunst liegt dabei wohl mal wieder im richtigen Gleichgewicht. Du scheinst ja unter so leichten Zeitdruck am besten zu funktionieren. Zumindest bei klaren Aufgaben.

      Bei so kreativen Prozessen, wie halt Prozesse optimieren, ist Druck nie was gutes. Dann trifft man oft vorschnelle Entscheidungen. Von daher bin ich bei dem Thema voll bei dir.

      Zur Maschine will wohl niemanden werden, aber ab und zu nicht zu vermeiden. Dann ist der Druck wohl etwas zu hoch.

      Künstlich Stress machen sollte man sich wohl nie. Bei mir ist Zeitdruck persönlich kein Stress. Am besten ist es man freut sich auf seine Aufgaben. Dann braucht man keinerlei Mittel gegen Aufschieben. Dann kommt alles von alleine.

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