Entscheidungen

Entscheidungen mit Kopf oder Bauch?

Jeden Tag trifft man in seinem Leben Entscheidungen. Zieht man heute das Kleidungsteil  oder doch lieber ein anderes Teil an. Esse ich heute die Nudeln oder lieber den Hamburger. Aber auch größere Entscheidungen, wie einen Jobwechsel oder die Wahl einer bestimmten Wohnung. Entscheidungen begleiten und so unser ganzes Leben. Aber wie trifft man sie den am besten?

Im Alltag reicht meist der Bauch

Grundsätzlich kann man natürlich viele Entscheidungen direkt aus dem Bauch heraus machen. Grade die typischen Alltagsentscheidungen benötigen keine große Validierung. Was esse ich heute ist dabei so ein typisches Beispiel, welches keine große Rationalität benötigt. Einen großen Einfluss hat diese Entscheidung nämlich nicht. Außer man isst jeden Tag bei McDonalds oder Burger King. Aber das ist ein anderes Thema.

Von daher für die nicht so bewegende Entscheidungen im Leben finde ich es immer sehr gut direkt aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Eine genaue Abwägung kostet nur Zeit und Nerven und bringt selten große Unterschiede heraus.

Rational werden, wenn es mal größer wird

Im Leben hat man aber auch immer mal wieder deutlich größere Entscheidungen zu treffen. Nehme ich Wohnung 1,2 oder 3? Oder auch nehme ich Auto A oder B? Solche Entscheidungen können schon ein deutlich größeren Einfluss auf unser Leben haben. Daher finde ich ein wenig mehr Überlegung in diesem Fall sehr gut. Und was macht man bei solch rationalen Entscheidungen meist?

Eine Pro-Kontra-Liste. Dort schreibt man für jeden Teil sein Pro und Kontra auf. Der mit den meisten Pro gewinnt und schon hat man eine Auswahl getroffen.

WADM – Die Mischung macht es mal wieder bei Entscheidungen

Eine Pro/Kontra Liste ist natürlich eine eher harte Wahl und basiert meist rein auf Fakten. Und Fakten alleine machen nicht wirklich glücklich. Von daher fand ich einen Ansatz aus dem Buch „The Millionaire Fastlane“ ziemlich interessant. Nähmlich Bauchgefühl und Rationalität in eins zusammen zu bringen. Weighted Action Decision Matrix ist dort das Zauberwort und heißt grob übersetzt „Gewichtete Entscheidungsmatrix“.

Diese baut man wie folgt auf:

  1. Alle Möglichkeiten kommen in die Kopfspalte, wie z.B. Auto A, Auto B, Auto C Entscheidungen
  2. An die Linke Seite kommen dann Entscheidungsmerkmale, wie z.B. Preis, Ausstattung, Alter
    Entscheidungen
  3. Man gewichtet jedes Entscheidungsmerkmal, z.B. von 1-3. Je höher die Zahl, desto wichtiger ist mir dieses Merkmal. Ist mir z.B. die Ausstattung besonders wichtig, dann kriegt diese die 3. Preis die 2 und Alter die 1.Entscheidungen
  4. Dann bewertet man für jeden Aspekt alle Möglichkeiten für jedes Merkmal. Wobei hier auch die höchste Zahl die Beste ist. Bsp. Auto A ist noch recht jung und bekommt so eine 3 bei Alter und Auto B nur eine 1, da es schon 5 Jahre alt ist.Entscheidungen
  5. Zuletzt summiert man dann die Zeilen nach und nach, daher man nimmt den Wert von Auto A für Alter und multipliziert ihn mit der Gewichtung des Entscheidungsmerkmals. Hier z.B. 3* 1 => 3Entscheidungen
  6. Am Ende hat man dann für jedes Auto eine Reihe von Summen, welche man wieder summiert.Entscheidungen

Am Ende steht so nun für jedes Auto eine Summe unter dem Strich. Die Summe stellt dann gleichermaßen die persönliche Wichtigkeit, wie auch die rationale Entscheidung da. Somit kann man dann beruhigt zum Auto mit der höchsten Zahl greifen. Den Sie spiegelt am besten unsere Wünsche wieder ohne dabei komplett auf Rationalität zu verzichten. In dem Beispiel wäre es Auto B.

Und jetzt hoffe ich euch vielleicht mit der WADM in Zukunft das Leben etwas leichter gemacht zu haben. Erzählt doch mal selbst, wie ihr eure Entscheidungen fällt und warum ihr bestimmte Entscheidungen vielleicht doch lieber mit dem Bauch fällt, obwohl sie rational besser aufgehoben wären.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

6 Gedanken zu „Entscheidungen mit Kopf oder Bauch?

  1. Bei kleineren Entscheidungen höre ich auf meinen Bauch … sobald die Tragweite einer Entscheidung höher wird, geht es natürlich nach Fakten.

    Nichtsdestotrotz spielt der Bauch auch da – wenn auch unterbewusst – eine Rolle. Wir neigen dazu, die Fakten auszublenden, die wir nicht kennen und wissen wollen („Die Sonne dreht sich doch um die Erde … aber wenn ich mir den Sonnenuntergang anschaue, dann geht die Sonne ‚unter‘, und nicht die Erde ‚auf‘ … häh?“).

    Folglich und m.E. helfen die Fakten nur das zu sortieren, was wir nach dem Bauchgefühl nicht bereits aussortiert oder verworfen haben.

    Dein Auto-Beispiel trifft es ganz gut. Ich stand‘ vor der Entscheidung „Stuttgarter, Ingolstädter oder Münchner“? Wirtschaftlicher ist sicherlich ein Franzose oder gar ein Asiate, auch die Qualität ist nicht mehr so weit entfernt … dennoch kamen diese Marken nie in Frage, da mein Bauch das so für mich entschieden hat (Mist … sonst klappt das mit dem finanziell bewusst Leben doch so gut … ).

    Ich denke nicht, dass wir eine große Change gegen unseren Bauch haben – lediglich Bildung hilft dabei, die Perspektive des Bauchs zu erweitern und so mehr potenzielle Entscheidungsgewinner ins Boot zu holen.

    Als großer Fan der Quantifizierung werde ich aber – dank deiner Erinnerung – sicherlich bald die WADM testen, wenn eine größere Entscheidung anfällt. Aber zum Glück muss ich zur Zeit gar nicht so viel entscheiden … außer der Frage, mit was ich morgen meinen gerade hoch gelobten und tief beleidigten Bauch füttere.

    1. Stimmt wohl, so ganz ausblenden tuen wir den Bauch wohl nicht. Außer die Daten kommen von jemand anders, aber selbst dann werden wir nochmal kurz drüber nachdenken.

      Und das mit den wenigen Entscheidungen ist doch aktuell gut. Dann muss man sich über solche Themen schon mal keine Sorgen machen.

  2. Hallo mafis, das beschriebene Entscheidungssystem ist ein typisches Instrument auch im Maschinenbau. Mit einer Entscheidungsmatrix entscheidet man, welches erstellte Konzept man umsetzen wird. Habe ich fürs Privatleben nur für Klausuren genutzt, wenn es darum ging: Für welche Klausuren lerne ich wie viel?
    Ansonsten höre ich viel auf meinen Verstand und meinen Bauch. Bei großen Entscheidungen dominiert das Rationale: Z.B. Verlassen der Heimat für bessere Arbeitschancen. Mein Herz jammert manchmal ein bisschen wegen Heinweh, aber da muss ich nun mit leben. Manchmal lose ich Dinge sogar aus, weil mir dann manchmal klar wird: Mit dem ausgelosten Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Dann darf mein Bauch entscheiden. Meistens stimmt mein Bauchgefühl, wenn auch ab und zu mit Magenknurren dem Kopf zu. Magenschmerzen sollten dabei nicht ignoriert werden.

    1. Hey,
      stimmt, wo ich so drüber nachdenke irgendwo im BWL hatten wir auch mal so etwas. Habe ich wohl ganz verdrängt und dann wohl etwas wieder entdeckt.

      Ich denke ja auch die perfekte Entscheidungen wird es nie geben. Irgendwie ist es immer eine Art Kompromiss oder nicht?

      Und die Idee mit dem Losen machen ich auch manchmal. Ok nehme dann eine Münze, aber ist ja ähnlich.

  3. Rationalität vor Emotionalität. So würde ich grob meine Entscheidungen charakterisieren.

    Aber: Je mehr Wissen man sich aneignet, desto rationaler können Bauchentscheidungen werden. Dein Intuition gibt dir automatisch die bestmögliche Entscheidung anhand der Daten und Fakten, die durch dein Wissen im Hintergrund bewertet werden.

    Fazit daraus: Je mehr man weiß, desto weniger spielt es eine Rolle, ob man mit Kopf oder Bauch entscheidet. Letztendlich sind viele Bauchentscheidungen im Nachhinein oftmals die richtige Wahl.

    1. Stimmt wohl. Desto unsicherer man ist, desto mehr versucht man meist etwas hinauszuzögern. Unsicherheit ist dabei ja meist ein Mangel an Informationen und daher wohl die Schlussfolgerung für eine Entscheidung.

      Deswegen treffe ich wohl bei Technikgeräte auch meist gute Entscheidungen ohne großen Aufwand, weil es einfach meine Welt ist.

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