Mitten im Karwendel

Ein nasser MTB Urlaub im Karwendel

Vor knapp zwei Wochen ging es nach knapp zwei Jahren wieder ins Karwendel mit dem Mountain Bike. Ein kleiner Reisebericht und vielleicht auch der Anreiz für den ein oder anderen folgt jetzt.

Tag 1 – Anreise und Garmisch-Partenkirchen

Gegen 9 Uhr ging es am Morgen im VW Bus Richtung Süden. Da knapp 500 km bevor standen würde es einige Zeit in Anspruch nehmen. Um 15:00 Uhr erreicht wir dann endlich Garmisch, obwohl wir uns noch 30 Minuten vorher gewundert haben, ob wir hier richtig sein. Den von Bergen war weit und breit keine Spur am Horizont.

Unser Hotel war erst für den nächsten Tag gebucht, so das wir uns in Garmisch-Partenkirchen in ein Hostel eingebucht haben. Günstig und war dafür echt in Ordnung. Grade da es mit Eintreffen von uns begonnen hat zu Regnen. Daher gab es an diesen Tag auch noch kein MTB fahren, sondern ein Aufenthalt in der Bade- und Saunalandschaft von Garmisch-Partenkirchen.

Am Abend ging es dann noch zum Essen in die Stadt. Nachdem wir mehrere Läden abgeklappert haben, sind wir an einem Pub hängen geblieben und waren überrascht, wie gut das Essen dort war. Frisch und lecker, so hätte man es von der Außenfassade nicht direkt für möglich gehalten.

Tag 2 – Isarursprung & Kranzberg

Auch der nächste Tag begann früh. Den wir wollten endlich auf das MTB steigen. So packten wir unsere Sachen und machten uns auf in unseren Urlaubsort „Mittenwald“. Knappe 20 Minuten entfernt und stellten uns auf dem Bahnhofsplatz, da das Hotel erst gegen Nachmittags die Zimmer frei hat.

Nun konnte der MTB Urlaub endlich beginnen. Erstes Ziel war der Isarurprung, wo ich schon vor zwei Jahren war. Die Landschaft fand ich einfach so beeindruckend, so das wir diese Strecke zum Aufwärmen gefahren sind. Den 40 km und 400 hm sind jetzt nicht so wild gewesen, wenn man die Planung der nächsten Tage gekannt hat. Isarprung ist eindeutig auch eine Strecke, welche jeder dort machen kann ohne große konditionelle Probleme zu bekommen. Aber dafür wird man trotzdem mit einem herrlichen Panorama belohnt.

Da wir nach der Runde noch etwas reißen wollten war das nächste Ziel der Kranzberg. Der Hausberg von Mittenwald so zu sagen. Die ersten Kilometer waren recht entspannt an den Seen vorbei, aber dann beginn der Aufstieg auf den Kranzberg. Wobei im selben Zug auch das Wetter von stark bewölkt auf Regnen schwang. Der Aufstieg zog sich gefühlt auf eine Ewigkeit hin, aber irgendwann lichtete sich der Wald etwas und die Trails begannen. In Kombination mit dem Regen war das eindeutig nicht so lustig. Irgendwann war auch das vorbei und der Gipfel war erreicht. Danach wollte ich nur noch runter und wir nahmen den kürzesten Weg. Mit Gefällen abwärts, wo ich mich fragte, wie ein Auto hier hochkommen soll. Am Ende waren es knapp 18 km mit 700 hm, davon aber 16 km reiner Aufstieg.

Durchnässt und leicht frierend kamen wir dann am Auto wieder an. Den es waren wohl grob um die 15°C gewesen. Schnell alles ins Auto und auf ins Post Hotel in Mittenwald, welches zum Glück nur zwei Minuten entfernt war. Einchecken, fertig machen und ab ins den Wellness Bereich. Sauna war dann sehr nötig um den Körper wieder auf Temperatur zu bringen.

Zum Abend dann noch das gute drei Gänge Menü genießen und ab ins Bett. Der nächste Tag sollte ja schließlich weitere Kilometer mit sich bringen.

Tag 3 – Wettersteinalm

Auch Tag 3 stand unter dem Zeichen des Regens. So war der Plan eine „kurze“ Tour zur machen, aber mit möglichst viel Höhenmeter. Dazu bot sich der Weg zur Wettersteinalm an und zurück über das Schloss Elmau. Die Strecke hat knapp über 1000 hm bei ca. 34 km. Also schon mal ordentlich Bergauf. Und das Wetter war mal wieder unter aller Sau. Kurz vor der Wettersteinalm, welche in einem Kessel liegt, kamen die Wolken sehr nah. Die Sicht ging gegen Null und man hat vom sonst schönen Kessel nicht all zu viel gesehen. Daher ging es dann auch wieder schnell bergab an Elmau vorbei und queer durch die Buckelwiesen zum Hotel. Hat gereicht, da die Klamotten mal wieder vollkommen durchnässt waren.

Daher auch wieder das selbe Programm des Vortages für den Abend. Sauna und Abends zum drei Gänge Menü ins Hotel.

Tag 4 – Karwendelrunde

Am vierten Tag sollte nun endlich das Wetter mal etwas auf klaren. Zwar keine sehr hohen Temperaturen, aber zumindest Sonne und nur leichte bewölkt. So machten wir uns auch früh auf den Weg für die längste geplante Strecke. Einmal rund ums Karwendel sollte es gehen, auch bekannt als Karwendelrunde.

Los ging es wieder ganz entspannt richtig Scharnitz und direkt ins Karwendeltal herein und ich war einfach nur begeistert. Einfach nur eine herrliche Gegend zum Fahren und vom Panorama her. So konnte man die ersten Kilometer einfach nur genießen und endlich waren auch mal anderen Biker unterwegs. Meine Gedanken sprangen um, als ich dann hoch am Ende eines Weges das Karwendelhaus sah. Das sah nach Arbeit aus und mit bestimmt einer Stunde Aufahrt im kleinsten Gang war es dies auch.

Im Karwendelhaus folgte dann die erste Pause. Zwei Stück Kuchen sollten für den Rest der Fahrt reichen. Dabei waren es gegen die 17°C im Tal auf den Karwendelhaus mit knapp 10°C recht frisch. Also schnell wieder ins Tal, wobei die lange Abfahrt alles andere als nur Rollen war. Selbst mit dem Fully waren ein paar ordentliche Stellen dabei, aber irgendwann haben wir auch das hinter uns gebracht.

Weiter ging es dann erstmal über Straßen und man konnte deutlich entspannen vorerst. Aber der nächste Anstieg kam aber schneller als gedacht und hatte es auch nicht ohne. Den wir mussten ja schließlich wieder quer durch die Berge. Wieder lange Zeit strampeln und in eine herrliche Gegend radeln, wo fast keine andere Person unterwegs war. Aber so langsam wurde es auch anstrengend.

Dann folgte ein kleiner Abschnitt mit Tragen und durch einen kleinen Fluss warten und auch gleich die nächste Steigung. Aber zum Glück endlich der letzte Anstieg, den irgendwann war ich doch wirklich fertig. Dann ging es nur noch bergab.

Fünf Kilometer vom Hotel in der letzten Kurve den Berg hinab schaffte es mein Mitfahrer dann mit dem MTB zu stürzen. Verletzte sich dabei etwas schwerer, so das erstmal Bergwacht auf dem Programm stand. Er wurde dann nach knapp einer Stunde mit dem Helikopter in die nächste Klinik gebracht.

Ich bin dann mit beginnenden Regen die letzten Kilometer flott nach Hause und habt den Abschluss dann erstmal verdaut. Für mich stand trotzdem Sauna und ein drei Gänge Menü wieder auf dem Programm.

Tag 5 – Entspannung

Nach der Aktion am Vortag und beginnende Wetter war der fünfte Tag sehr entspannend. Kurz im Krankenhaus gewesen und danach mit der Kamera die Gegend unsicher gemacht. Und das ein oder andere gute Bilder im bewölkten Mittenwald gemacht.

Und am Abend dann wieder das obligatorische Programm. Sauna, Essen, Entspannen und Schlafen.

Tag 6 – Murnau am Staffelsee

Eigentlich sollte am sechsten Tag die Abreise stattfinden, aber durch den Unfall hat der Plan sich dann doch etwas geändert. Den am siebten Tag sollte er schon wieder das Krankenhaus verlassen. Also habe ich kurzerhand ein Hotel in Murnau gebucht und es hat sich gelohnt. Den endlich war ein Tag mal mit Sonne voll gepackt.

So habe ich mich nach einem Aufenthalt im Krankenhaus gleich aufs MTB geschwungen. Einmal rund um den Staffelsee ging es so. Dabei natürlich nicht besonders viele Höhenmeter gemacht, aber die brauchte ich auch nicht. Dafür konnte ich endlich mal ein paar ruhige Fotos zwischendurch machen. Den Abend habe ich dann beim Italiener verbracht mit Pasta.

Tag 7 – Auf nach Hause

Der letzte Tag im Süden ist einfach zu erklären. Alle Sachen einpacken und kurz nach 9 ging es dann auch endlich wieder Richtung Norden.

Fazit

Das Wetter war wirklich nicht schön. 15 – 20°C grad begleitet von ständigen Regen sind nicht wirklich toll. Aber trotzdem hatten wir uns täglich auf den Weg gemacht und darauf bin ich besonders Stolz. Jedem Wetter wurde getrotzt. Es gibt schließlich kein schlechtes Wetter ;).

Und die Gegend finde ich einfach weiterhin faszinierend. Grade die Karwendelrunde hat mir wieder gezeigt, wie schön diese Gegend ist. Egal ob zu Fuß, auf dem Rad oder sonstwie. Jeder mit einem Interesse für schöne Landschaften sollte mal einen Abstecher dort hin machen.

Ansonsten würde ich mir einfach mehr Zeit nehmen, wenn man dort hin fährt. In so kurzer Zeit ist es ein wenig hetzen, aber das nur eine persönliche Empfehlung. Glaube man könnte dort auch zwei Wochen bleiben und würde noch neues machen können.

mafis

Arbeitet jeden Tag daran ein bisschen Besser als am Tag davor zu sein. Interessiert sich für Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauersport, Finanzen und Reisen.

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